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Deutschland holt mehr von seinem Gold nach Hause

Die deutsche Bundesbank will die Hälfte ihres Golds künftig in Frankfurt lagern. Die Währungshüter machen Fortschritte beim Vorhaben. Hunderte Tonnen des Edelmetalls sind bereits zurückgeführt worden.

Veröffentlicht am 20.03.2016

Die deutsche Bundesbank holt immer mehr Goldbestände aus dem Ausland in die eigenen Tresore zurück. Sie hatte sich das Ziel gegeben, Ende 2020 die Hälfte des Goldes in Frankfurt zu lagern. «Wir sind gut im Zeitplan», sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann.

«Seitdem wir das neue Lagerstättenkonzept beschlossen haben, wurden 366 Tonnen Gold im Wert von rund 11,5 Milliarden Euro nach Frankfurt transportiert», erläuterte Weidmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Lager in Paris wird aufgelöst

«Damit liegen hier nun etwas mehr als 1400 Tonnen oder 41,5 Prozent unserer Goldbestände - mehr als in jeder anderen Lagerstätte der Bundesbank.» Im Oktober hatte sie den Anteil noch auf 35 Prozent beziffert.

Der Rest des Goldes soll sich den Plänen zufolge dann in New York und London befinden. Die Lagerstätte bei der französischen Notenbank in Paris wird aufgelöst. Weidmann erläuterte, dass die Goldbestände auch Währungsreserven seien. Im Notfall müssten sie schnell an den Handelsplätzen London und New York umgetauscht werden. «Dort sind sie im Übrigen genauso sicher wie in Deutschland», sagte er.

Zweitgrösster Goldschatz der Welt

Nach früheren Bundesbank-Angaben besitzt Deutschland mit annähernd 3400 Tonnen des Edelmetalls nach den USA den zweitgrössten Goldschatz der Welt. Die Bestände wurden sukzessive ab 1951 aufgebaut, als in den Wirtschaftswunderjahren Deutschland begann, zunehmende Leistungsbilanzüberschüsse zu erwirtschaften.

(reuters/mbü)

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