Angesichts der vielen Krisen und konjunktureller Unsicherheiten haben sich die Investoren im vergangenen Jahr weltweit deutlich zurückgehalten. Die ausländischen Fremdinvestitionen (FDI) fielen um 16 Prozent auf 1,23 Billionen Dollar (1,09 Billionen Euro), wie aus dem Weltinvestitionsbericht der UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) hervorgeht.

«Die Erholung der Weltwirtschaft seit der Finanzkrise ist holprig», sagte ein Unctad-Sprecher in Genf. Trotz des generellen Rückgangs verbuchten die Entwicklungsländer laut Bericht mit 681 Milliarden Dollar (plus zwei Prozent) an Investitionen ihr bisher bestes Ergebnis.

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Deutsche Unternehmen nutzten ihre oft vollen Kassen zu einer deutlichen Steigerung ihrer Investitionen im Ausland. Zu den wichtigsten Akquisitionen zählten dem Bericht zufolge der Erwerb des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Scania durch Volkswagen und der Kauf des US-Pharmaunternehmens Merck durch Bayer . Insgesamt hat Deutschland 2014 seinen Platz unter den grössten Investoren weltweit deutlich verbessert. Deutsche Unternehmen rückten mit Investitionen von rund 112 Milliarden Dollar von Platz zehn auf Platz fünf vor.

Deutschland ist Europas Nummer 1

Deutschland habe seine Investitionen verdreifacht und sei nun grösster Investor unter den Europäern, heisst es in dem Bericht. Nur die USA, China, Hongkong und Japan haben noch mehr Geld im Ausland investiert. Der laut Tabelle negative Trend bei den Direktinvestitionen in Deutschland sei kein Zeichen zurückgehender Standort-Attraktivität, sondern sei dem Umstand geschuldet, dass Tochterunternehmen firmeninterne Darlehen an die Mutterkonzerne zurückgezahlt hätten.

Die attraktivsten Zielländer für Investoren waren China (129 Milliarden Dollar) und Hongkong (103 Milliarden) sowie die USA (92 Milliarden). Bei der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong war deren Sonderrolle als Transitplatz für Geldströme nach und aus Asien ausschlaggebend. Unter den Top-20-Ländern bei Direktinvestitionen musste Russland den grössten Rückgang im Jahresvergleich hinnehmen. Statt 69 Milliarden Dollar (2013) flossen nur noch 21 Milliarden Dollar dorthin.

(awp/mbü)