Die deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo im ersten Quartal überraschend verdoppelt. Das Bruttoinlandprodukt legte dank steigender Investitionen und mehr Konsum von Januar bis März um 0,8 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. «Das ist das stärkste Wachstum seit drei Jahren», sagte eine Statistikerin. Ende 2013 lag das Plus noch bei 0,4 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten diesmal nur mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet.

«Bei diesem kräftigen Wachstum zum Jahresbeginn spielte allerdings auch die extrem milde Witterung eine Rolle», erklärte das Amt. Dadurch blieb vor allem der Bau von den sonst üblichen witterungsbedingten Unterbrechungen verschont. Aber nicht nur der Bau boomte, auch der Konsum zog an: Sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat gaben mehr Geld dafür aus. Die Unternehmen investierten «deutlich mehr» als zuletzt. «Dagegen bremste der Aussenhandel das Wirtschaftswachstum», erklärte das Statistikamt. Es wurden weniger Waren exportiert, aber deutlich mehr Waren importiert als Ende 2013.

Wachstumsmotor der Euro-Gruppe

Europas grösste Volkswirtschaft bleibt damit Wachstumsmotor der Währungsunion. Die französische Wirtschaft etwa stagnierte zu Jahresbeginn lediglich. Das hohe Tempo dürfte sich kaum halten lassen, da wegen des milden Winters etwa am Bau viele Arbeiten vorgezogen wurden. «Die Frühjahrsbelebung wird etwas schwächer ausfallen als gewohnt», heisst es im aktuellen Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Regierung rechnet 2014 mit einem Wachstum von 1,8 Prozent. 2015 sollen es 2,0 Prozent sein.

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(reuters/me/sim)