Im Kampf gegen Manipulationen am Devisenmarkt ziehen die grossen Notenbanken der Welt nun an einem Strang. In einem achtseitigen Dokument, das die Nachrichtenagentur Reuters am Montag einsehen konnte, einigten sich die Zentralbanken auf einen neuen Verhaltenskodex für Finanzinstitute bei Währungsgeschäften.

Danach sollen die Geldhäuser zum Beispiel künftig ihren Händlern untersagen, Informationen zu Devisenaufträgen mit anderen Marktteilnehmern zu teilen. Auch dürften die Händler zum Schutz ihrer Kunden nicht ihre Positionen bekanntgeben.

UBS und Co. zahlten Milliarden

Das neue Regelwerk stelle eine Ergänzung zu den bereits bestehenden Vorschriften der Banken dar. Zu den Unterzeichnern der Normen zählten die Federal Reserve (Fed), Bank of England (BOE), Europäische Zentralbank (EZB), Bank of Japan (BOJ) und die Reserve Bank of Australia (RBA).

Weltweit gehen die Behörden seit einiger Zeit dem Verdacht nach, dass Händler von Grossbanken zum Nachteil von Kunden an Devisenkursen geschraubt haben - ähnlich wie bei den Referenz-Zinssätzen Libor und Euribor. Der bislang weitgehend unregulierte Devisenmarkt ist riesig: Pro Tag werden hier mehr als fünf Billionen Dollar umgesetzt. Im November gab es in der Affäre bereits einen ersten grossen Vergleich. Insgesamt 4,3 Milliarden Dollar zahlten UBS, RBS, HSBC, JP Morgan, Citigroup und Bank of America zusammen an die Aufsichtsbehörden in Grossbritannien, in den USA und in der Schweiz.

(reuters/dbe)

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