Zur Kategorie der ärmsten Länder zählen derzeit 33 afrikanische und 14 asiatische Länder sowie Haiti. Insgesamt leben dort 645 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Für die Uno eine unhaltbare Situation.

Die Halbierung der Zahl dieser ärmsten Länder innert zehn Jahren soll vor allem dadurch gelingen, dass die Produktionsleistung in den betroffenen Ländern erhöht wird. Dazu zählen der Ausbau der Infrastruktur, Investitionen in die Bildung und die Verbesserung von Regierungsstrukturen, wie es in einer Uno-Mitteilung heisst.

Zudem sollen das Wirtschaftswachstum der betroffenen Länder pro Jahr um sieben Prozent gesteigert und deutliche Fortschritte beim Kampf gegen den Hunger bis 2020 erzielt werden.

Bis 2015 soll zugleich die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser um 50 Prozent reduziert werden. Erstmals sind ferner jährliche Bestandsaufnahmen zur Überprüfung der gesetzten Ziele geplant.

Zufriedene Schweizer Delegation

Die Schweizer Delegation bei der Uno-Konferenz in Istanbul zeigte sich mit den Hauptzielen des neuen Programms zufrieden. Es sei wichtig, dass die armen Länder auf der politischen Agenda blieben, erklärte der Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), Martin Dahinden, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Nichtregierungsorganisationen (NGO) kritisierten hingegen, das Programm sei zu unverbindlich gehalten.

An der fünftägigen Uno-Konferenz in Istanbul mit mehr als 10'000 Teilnehmern nahmen neben den 48 Staats- und Regierungschefs aus den ärmsten Ländern der Welt auch Vertreter der Geberländer teil. Diese erneuerten ihre Verpflichtung, 0,15 bis 0,2 Prozent ihres Bruttosozialprodukts für die Hilfe an die am wenigsten entwickelten Länder auszugeben.

Es handelte sich um die vierte Uno-Konferenz dieser Art, die alle zehn Jahre organisiert wird. Seit der ersten Konferenz 1971 gelang es mit Botswana 1994, Kap Verde 2007 und den Malediven 2011 lediglich drei Ländern, sich aus der Gruppe der ärmsten Länder zu lösen.

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(cms/tno/sda)