Die weltgrössten Geldhäuser müssen sich künftig auf strengere Kapitalregeln einstellen. Die meisten Institute sollten zwar wie bisher eine Verschuldungsquote (Leverage Ratio) von mindestens drei Prozent aufweisen, erklärte die Gruppe der Zentralbankpräsidenten und Leiter der Bankenaufsichtsinstanzen (GHOS) am Montag.

Für die 30 global systemrelevanten Banken habe die GHOS aber «zusätzliche Anforderungen» diskutiert. Zu diesen Instituten zählen unter anderem die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie die Deutsche Bank, BNP Paribas und Goldman Sachs. In der Schweiz hatte der Bundesrat bereits im Oktober die Leverage Ratio für Grossbanken von 3,1 auf 5 Prozent erhöht.

Unabhängig vom Risikogehalt

Auch die Aufsichtsbehörden in den USA und Grossbritannien erwarten von ihren Grossbanken Leverage Ratios zwischen vier und sechs Prozent. Die Leverage Ratio beschreibt das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme. Sie ist - im Gegensatz zur harten Kernkapitalquote (CET1) - unabhängig vom Risikogehalt der Bankgeschäfte.

Die Regulierer haben noch nicht entschieden, wie hoch die Zuschläge für die weltgrössten Banken ausfallen. Unklar ist auch noch, ob der Aufschlag pauschal erhoben wird oder ob er von der Grösse der Institute abhängt. Eine Entscheidung über die Details der Leverage Ratio solle 2016 fallen, erklärte die GHOS, das Führungsorgan des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht. Die Banken hätten dann genügend Zeit, um sich bis zum Inkrafttreten der Regeln 2018 darauf einzustellen.

Details im Laufe der Woche

Neben der Leverage Ratio hat sich die GHOS auch mit Sicherheitspuffern im Handel beschäftigt. Bei der Überprüfung der Handelsgeschäfte geht es unter anderem darum, welche internen Modelle Grossbanken benutzen dürfen, um zu berechnen, mit wie viel Kapital sie bestimmte Handelsgeschäfte unterlegen müssen.

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Die Regulierer wollen dabei den Gestaltungsspielraum der Banken beschränken. Unter dem Strich sollten die Kapitalanforderungen aber nicht deutlich steigen, erklärte die GHOS. Sie will die Details ihrer Pläne im Laufe der Woche vorstellen.

(awp/gku)