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Die Ostschweiz erholt sich vom Frankenschock

Thurgau: Berühmt für seine Äpfel. Keystone

Die Ostschweizer Wirtschaft litt besonders unter der plötzlichen Aufwertung nach dem Mindestkurs-Aus. Mittlerweile hat sich die Konjunktur wieder erholt, die Exportzahlen steigen.

Veröffentlicht am 23.08.2016

Eine Konjunkturumfrage aus dem Kanton St. Gallen von Anfang August sowie der aktuelle Thurgauer Wirtschaftsbarometer zeigen einen ähnlichen Trend: Die Exporte aus der Ostschweiz legen breit abgestützt wieder zu – auch in den EU-Raum.

Die Exporte hätten im ersten Halbjahr 2016 überrascht: «Sie vermochten um 3,7 Prozent zuzulegen», hiess es in der Auswertung einer Konjunkturumfrage von Ecopol im Auftrag des Kantons St. Gallen sowie der St. Galler Kantonalbank.

Lieferungen in die EU nehmen zu

Während die Ausfuhren der Schweiz nur dank der Chemie- und Pharmabranche ins Plus gedreht hätten, sei das Wachstum in der Ostschweiz breit abgestützt. Mehr ins Ausland geliefert worden seien Apparate der Elektroindustrie, Elektronik, Präzisionsinstrumente, Nahrungs- und Genussmittel, Metalle und Maschinen.

Auffallend sei laut Ecopol die Wende bei den Exporten in die Eurozone. Sie konnten in den ersten sechs Monaten um 10 Prozent zulegen. In der Vergleichsperiode seien die Ausfuhren noch um den gleichen Wert gesunken.

Thurgau schafft Wende

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der am Dienstag veröffentlichte Thurgauer Wirtschaftsbarometer: Nach fünf Quartalen mit teils empfindlichen Einbussen habe die Thurgauer Export-Wirtschaft den Sprung in die Wachstumszone geschafft. Im zweiten Quartal 2016 hätten die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent zugenommen.

«Branchenmässig war die Exporterholung breit abgestützt», heisst es in der Untersuchung zur Konjunktur, die von der Thurgauer Kantonalbank, dem Kanton sowie der Industrie und Handelskammer Thurgau getragen wird.

Detailhandel mit Problemen

Ins Gewicht gefallen seien vor allem die Ausfuhren der Metallbranche, aber auch einiger Zweige der Maschinenindustrie. Auch Nahrungs- und Genussmittel, Präzisionsinstrumente, Chemie/Pharmazie und Kunststoffe hätten massgeblich zum Exportplus beigetragen.

Beide Untersuchungen bestätigen allerdings auch eine negative Entwicklung: Der Detailhandel bleibt im Minus. Dort wirken sich sinkende Umsätze sowie tiefere Kundenfrequenzen auf die Erträge aus. Die noch im letzten Quartal gehegten Hoffnungen «hätten einer gewissen Ernüchterung Platz gemacht», schreibt dazu Ecopol.

(sda/ise)

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