Die Schweizer Pensionskassen haben 2016 besser gewirtschaftet als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Anlagerendite stieg von 0,8 Prozent auf 3,7 Prozent – und das trotz Negativzinsen.

Das teilte die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) am Dienstag mit. Der Deckungsgrad blieb im Durchschnitt stabil bei 103,0 Prozent. Dabei gibt es jedoch grosse Unterschiede: 88 Prozent der Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie haben einen Deckungsgrad von mindestens 100 Prozent. Bei jenen mit Staatsgarantie sind es nur 4 Prozent.

Die Probleme bleiben

Trotz der höheren Rendite bleiben die strukturellen Probleme der beruflichen Vorsorge ungelöst. Obwohl viele Pensionskassen den Umwandlungssatz letztes Jahr gesenkt haben, liegen die künftigen Zinsversprechen noch immer höher als die Renditeerwartungen. Das führt zu einer Finanzierungslücke, die von der aktiven Generation gestopft werden muss.

Nach Ansicht der OAK BV werden daher weitere Anpassungen nötig sein, sofern das Zinsniveau weiterhin so tief bleibt wie heute. Im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge ist die Kürzung bereits aufgegleist: Im Zuge der Altersvorsorge 2020 soll der Umwandlungssatz von 6,8 Prozent auf 6 Prozent gekürzt werden. Über die Vorlage wird am 24. September 2017 abgestimmt.

«Weichenstellung nötig»

Pierre Triponez, Präsident der OAK BV, sprach gemäss Redetext von einer dringend notwendigen Weichenstellung. Seiner Meinung nach ist das aber nicht das Ende der Reise, sondern erst der «Anfang eines grösseren Wandels».

(sda/mbü)

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