1. Home
  2. Konjunktur
  3. Die Schweizer Zinsen bleiben auf dem Rekordtief

Geldpolitik
Die SNB setzt weiter auf Negativzinsen

Schweizerische_Nationalbank
Thomas Jordan: Der SNB-Präsident nimmt keine Änderungen vor.Quelle: Keystone

Die Nationalbank belässt den Leitzins auf dem Rekordtief. Die Währungshüter halten den Franken weiter für hoch bewertet.

Veröffentlicht am 15.03.2018

Schweizer Sparer müssen sich auch weiterhin auf tiefe Zinsen einstellen. Die Schweizerische Nationalbank ( SNB) verlangt von Banken unverändert 0,75 Prozent Negativzinsen für Sichteinlagen über einem bestimmten Freibetrag.

Das Zielband für den Dreimonats-Libor belassen die Währungshüter zwischen -1,25 und -0,25 Prozent, wie die SNB am Donnerstag mitteilte. Zudem will die Nationalbank weiterhin bei Bedarf im Devisenmarkt eingreifen.

Franken nur noch «hoch bewertet»

Die SNB korrigiert darüber hinaus ihre Inflationsprognose leicht nach unten. Für das laufende Jahr erwartet sie eine Teuerung von 0,6 Prozent, im letzten Quartal ging sie noch von 0,7 Prozent aus. Für 2019 erwartet sie eine Inflation von 0,9 Prozent, verglichen mit der Erwartung von 1,1 Prozent im Vorquartal. Grund dafür sei der etwas stärkere Franken, schreibt die SNB. Seit der letzten Lagebeurteilung im Dezember habe sich der Franken aufgrund des schwächeren US-Dollars insgesamt leicht aufgewertet.

Die SNB bezeichnet den Franken als «weiterhin hoch bewertet». Im Dezember hat sie ihre Wortwahl diesbezüglich angepasst. Zuvor sprach sie von einem «deutlichen überbewerteten» Franken.

Festhalten an Kurs erwartet

Experten hatten erwartet, dass die SNB an ihrem geldpolitischen Kurs festhält. Der Grund dafür ist bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu suchen. Diese strafft ihre Geldpolitik trotz anziehender Konjunktur nur in Trippelschritten. Erste Zinserhöhungen erwarten die meisten Experten von der EZB erst Mitte 2019.

Da der Franken jedoch für stabiler als der Euro gehalten wird und als sicherer Hafen gilt, sind Franken-Anlagen für Investoren attraktiver. Die SNB muss daher sicherstellen, dass Euro-Anlagen mehr Zins abwerfen, will sie eine Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro vermeiden. Deswegen wird sie die Zinsen wohl nicht vor der EZB erhöhen.

Inzwischen ist ihr im Kampf gegen den starken Franken die anziehende Wirtschaft im Euroraum entgegengekommen. Diese beflügelt den Euro. Derzeit kostet ein Euro knapp 1,17 Franken. Vor einem Jahr – als die Wahlen in Frankreich bevorstanden – waren es noch 10 Rappen weniger.

(sda/mbü/mlo)

Anzeige