Weltbankchef Robert Zoellick sieht die globale Wirtschaft in einer neuen Gefahrenzone und hat Europa, Japan und die USA zu schwierigen Entscheidungen aufgefordert.

Andernfalls würden diese Staaten nicht nur sich selbst, sondern auch die Weltwirtschaft belasten, sagte Zoellick am Mittwoch laut Manuskript einer Rede an der George Washington University in der US-Hauptstadt.

Die grossen Industrienationen hätten die Entscheidungen so lange hinausgezögert, dass es jetzt nur noch schmerzhafte Alternativen gebe. Den Euro-Ländern warf Zoellick vor, sich schwierigen Wahrheiten zu verweigern. Sie hätten die Verantwortung für die gemeinsame Währung. Die Zeit des «Durchwurstelns» sei vorbei.

Reformen dringend nötig

Im Kern meinte er, ohne abgestimmte Haushaltspolitik könne eine Währungsunion kaum funktionieren. «Für die Eurozone ist es nicht verantwortungsvoll, einer Währungsunion Treue zu schwören, ohne eine Haushaltsunion ins Visier zu nehmen, die eine Währungsunion funktionsfähig macht.»

Die Alternative sei es, schwere Folgen für verschuldete Mitgliedsstaaten, die nicht wettbewerbsfähig sind, in Kauf zu nehmen. Für die Amerikaner wiederum komme es darauf an, einen politischen Kompromiss zum Abbau des Defizits zu finden. Japan benötige wirtschaftliche und soziale Reformen.

Die Politiker müssten ihrer Verantwortung gerecht werden und dürfen sich nicht von «kurzfristiger politischer Taktik» leiten lassen. «Macht kommt mit Verantwortung», sagte Zoellick.

(laf/sda)