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Draghi sieht Onlinehandel nicht als Inflationsbremse

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Mario Draghi: E-Commerce hat keinen Einfluss auf Preisdruck. Quelle: Keystone .

EZB-Chef Mario Draghi sagt, dass E-Commerce keinen Einfluss auf die Inflation hat. Er habe keinen dämpfenden Effekt.

Veröffentlicht am 20.06.2018

Anders als die Notenbank Japans sieht die EZB den Onlinehandel nicht als Dämpfer des Preisdrucks. «Wir haben sehr wenige Anhaltspunkte dafür gefunden, dass E-Commerce Einfluss auf die Inflation hat», sagte EZB-Chef Mario Draghi am Mittwoch auf der Notenbanken-Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Sintra.

Zwar gebe es im Zuge von E-Commerce mehr Preistransparenz und Kosteneinsparungen. Es sei insgesamt aber kein dauerhaft dämpfender Effekt für die Inflation aus den Daten herauszulesen. Die Notenbank in Japan war zuletzt in einer Studie zu einem anderen Ergebnis gekommen: Sie macht für die unerwünscht niedrige Inflation in Japan die von Amazon und anderen Onlinehändlern angeheizte Preisschlacht mit verantwortlich.

Dieser Effekt sorge dafür, dass die ohne frische Lebensmittel und Energie berechnete Inflationsrate um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte gedrückt werde, teilte die Bank of Japan jüngst mit. Diese sogenannte Kerninflation war sehr zum Missfallen der Notenbankökonomen im April auf 0,7 Prozent gesunken. Sie ist damit weit entfernt vom Inflationsziel der BoJ von zwei Prozent. Die Währungshüter versuchen seit Jahren, dieser Marke mit Wertpapierkäufen in grossem Stil näher zu kommen.

Draghi betonte in Sintra, er sei zuversichtlich, dass sich die Inflation im Euroraum dem mittelfristigen Ziel der Notenbank annähern werde. Die Verbraucherpreise waren im Mai um 1,9 Prozent geklettert. Die EZB strebt eine Teuerung von knapp unter zwei Prozent als Optimalwert für die Wirtschaft an. In den vergangenen Jahren hatte sie diesen Wert zumeist verfehlt.

(awp/tdr)

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