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Zuversicht
Draghi: «Wachstum gewinnt an Fahrt»

EZB-Chef Mario Draghi: Geldschwemme ist «Schlüsselfaktor». Keystone

EZB-Chef Mario Draghi sieht die Geldschwemme durch die Notenbank als «Schlüsselfaktor» für die Erholung der Wirtschaft. Erste Erfolge seien bereits erkennbar. Knackpunkt ist jedoch die Inflation.

Veröffentlicht am 23.03.2015

Die europäische Zentralbank (EZB) ist nach eigener Einschätzung gut in ihr über eine Billion Euro schweres Anleihenkaufprogramm gestartet. «Zu diesem Zeitpunkt sehen wir keine Anzeichen dafür, das es für uns nicht genug Anleihen zu erwerben gibt», sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Montag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss im Europaparlament in Brüssel. Die Währungshüter seien auf Kurs, wie geplant im März Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro zu erwerben.

In dieser Höhe will die EZB bis September 2016 jeden Monat Bonds kaufen. Untergrenze ist dabei eine Rendite von minus 0,2 Prozent - das entspricht dem aktuell geltenden Einlagenzins. Die Währungshüter wollen mit ihrem Programm - im Fachjargon «QE» (Quantitative Easing) genannt - die Kreditvergabe der Banken anheizen und damit die Konjunktur beflügeln.

Euro-Raum auf Erholungskurs

Draghi zufolge beginnen die gesunkenen Finanzierungskosten für Banken bereits die Kreditkosten für Haushalte und Firmen zu beeinflussen. Durch die gesunkenen Kreditzinsen würden auch neue Investitionsprojekte - die bislang als unprofitabel galten - attraktiv werden. Nach Einschätzung des EZB-Präsidenten befindet sich die Wirtschaft im Euro-Raum auf Erholungskurs. Kurzfristig sollte dies die Nachfrage nach Krediten und Investitionen unterstützen.

«Die jüngsten Daten und Umfragen zeigen, dass das Wachstum an Fahrt gewinnt», sagte Draghi. Die Grundlage für die wirtschaftliche Erholung des Währungsraums habe sich deutlich verstärkt. Gründe seien die gefallenen Ölpreise, die stärkere Exportnachfrage, günstige Finanzierungsbedingungen als Folge der lockeren Geldpolitik und der schwächere Euro.

Geldschschwemme als «Schlusselfaktor»

Die Inflation dürfte dagegen zunächst schwach bleiben, sagte Draghi. «Wir erwarten, dass die Inflation in der Eurozone in den kommenden Monaten sehr gering oder negativ bleiben wird, denn der Rückgang der Ölpreise wird die Entwicklung im weiteren Jahresverlauf beeinflussen.» Erst zum Jahresende hin dürfte die Teuerung moderat steigen.

Die neue Geldschwemme der Notenbank bezeichnete Draghi als «Schlüsselfaktor» für eine vollständige Erholung der Konjunktur und höhere Inflationsraten. Draghi sagte, er wolle die Anleihekäufe «in jedem Fall» solange fortführen, bis eine nachhaltige Annäherung an das Preisziel der EZB von knapp zwei Prozent zu beobachten sei.

(reuters/dbe/lur)

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