Die Ebola-Epidemie hat der Wirtschaft in den betroffenen Ländern in Westafrika schon schwer geschadet. «Die Aussetzung von zahlreichen Projekten im Bereich von Entwicklung, Landwirtschaft, Bergbau, Tourismus, Bau, Handel und Verkehr auf unbestimmte Zeit untergräbt die Entwicklung unseres Landes», sagte der Aussenminister von Sierra Leone, Samura Kamara, am Montag vor der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes werde in diesem Jahr laut Berechnungen des Internationalen Währungsfonds um 3,3 Prozent auf 8 Prozent fallen.

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In Liberia sei das Wirtschaftswachstum bereits um 3,4 Prozent gesunken, sagte der Aussenminister des Landes, Kpehe Ngafuan, vor der Vollversammlung. 2015 könne das Wachstum sogar um zwölf Prozent sinken. Die Epidemie hänge wie eine «dunkle Wolke» über dem Land. Bereits am Freitag hatte Guineas Präsident Alpha Condé vor den Vereinten Nationen berichtet, dass das Bruttoinlandsprodukt seines Landes um 2,5 Prozent gesunken sei.

«Extrem schlecht» vorbereitet

Westafrika und die Welt seien auf die Epidemie «extrem schlecht» vorbereitet gewesen, kritisierte Sierra Leones Aussenminister Kamara, der wie auch seine Kollegen aus den anderen betroffenen Ländern mehr Hilfe forderte. «Der Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika ist eine Frage von Leben und Tod für die ganze Menschheit.»

(awp/dbe)