Strassentransportunternehmen müssen heute angesichts des Kostendrucks alle Möglichkeiten ausnutzen, ihre Fahrzeuge so optimal wie möglich einzusetzen. Konkret heisst das, wenn immer möglich voll beladen unterwegs sein. Entsprechend dem unterschiedlichen Ladegut müssen aber auch die dafür tauglichsten Fahrzeuge beziehungsweise Fahrzeugaufbauten eingesetzt werden. Am besten wäre also ein Behälter, mit dem alles transportiert werden kann. Kombitauglich, Multitemp, Doppelstock, Temperatur-überwacht – das sind Begriffe, die heute im Strassentransportgewerbe bekannt sind. Mit der Einschränkung allerdings: Jeder für sich allein, aber nicht als Gesamtpaket. Nun will der Logistikdienstleister Dreier AG, Suhr, mit einem neuen Behälter in die Zukunft starten.

Dabei geht es um eine Art Behälter, der alles kann. In seiner Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten und mit seiner Temperatursicherheit bietet die neue, bei der Dreier AG eingesetzte Wechselbrücke völlig neue Möglichkeiten für anspruchsvolle Logistiker. Zusammen mit dem Fahrzeugbauer Krone, dem Kühlgerätehersteller Carrier und dem Telematikanbieter Idem entstand ein multifunktionaler Wechselbehälter. Dieser kann exakt auf die entsprechenden Temperaturen gekühlt werden, die vom Kunden beziehungsweise von der Fracht vorgegeben sind. Er kann aber noch mehr: Es können nämlich in zwei Kammern beziehungsweise Zonen unterschiedliche Temperaturen festgelegt werden. Dazwischen befindet sich eine Trennwand, die sich nach vorn und hinten verschieben lässt, also den Frachtraum je nach Bedarf individuell aufteilen kann. Dazu kommt das Doppelstock-Equipment, das sich ebenfalls individuell verstellen lässt und je nachdem dem unteren oder dem oberen Stock mehr Volumen zuteilt. Ein weiteres, in der Praxis wichtiges Feature ist die ausgeklügelte Ladungssicherung gegen Beschleunigungs-, Verzögerungs- und Seitenkräfte.

Aus unbegleitet wird begleitet

Der neue Wechselbehälter ist mit der durchgehenden Temperaturüberwachung T-Control ausgerüstet. Diese wurde vom Telematik-Spezialisten Idem eingebaut. Was bringt das? Simon Schaub, Fuhrparkleiter bei der Dreier AG, hat die ganze Entwicklung als Leiter der Marokko- und Spanien-Abteilung des Unternehmens begleitet. Diese Transporte hatten denn auch, vor ungefähr vier Jahren, den Bedarf an einem solchen Überwachungssystem aufgezeigt. Die Kunden, insbesondere die Pharmaindustrie, wollten Gewissheit darüber haben, wann und wo ihre kostbare Fracht mit welcher Temperatur unterwegs ist. Und heute sagt er dazu: «Bei den Marokko-Fuhren ging es darum, dem Kunden beim Entlad die Daten des gesamten Trips zur Verfügung zu stellen. Das waren die Anfänge. Wir haben das adaptiert auf unseren unbegleiteten Kombiverkehr in der Schweiz. So gesehen haben wir aus dem unbegleiteten Verkehr einen begleiteten gemacht. Dies, indem wir nun auch ohne Fahrer vor Ort feststellen können, welche Temperatur im Transportbehälter herrscht. Wir haben jederzeit Zugriff auf die Werte. Wir können auch einen Gefahrbereich definieren und ihn uns melden lassen. Beispiel: Sobald vier Grad Celsius überschritten werden, geht ein SMS an den zuständigen Nachtdisponenten, der sofort reagieren kann.»

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Die Geografie im Griff

«Mit Google Maps», so Schaub weiter, «wissen wir eins zu eins, wo sich das Transportgefäss befindet, schon an der Rampe oder noch auf der Strasse nebenan. Wichtig ist, dass Vorfälle wie Türöffnungen an Wechselpritsche oder Auflieger immer registriert werden. Wir können auch Geo-Kreise definieren, innert denen eine Türöffnung meldungslos zugelassen wird, nicht aber ausserhalb». In Notfällen kann das System von Idem ein Kühlgerät vom Büro aus abschalten.
Zur Kontrolle allgemein: Immer häufiger wollen Kunden zwei Kontrollfühler pro Kammer beziehungsweise Kühlzone. Die Luft, die vom Verdampfer abströmt, kommt nicht immer ungehindert zurück. Deshalb wird eine gesamtheitliche Temperaturkontrolle im Kasten verlangt. Weitere wichtige Fakten zum Equipment von Krone: Die Airline-Schiene ermöglicht die individuelle Doppelstockanpassung. Ein Zurrsystem mit Dreifachleisten sichert dabei die Ladung.

Kein Sonderding

Der neue Wechselbehälter der Dreier AG ist keine Eintagsfliege, kein PR- oder Marketinggag. Aktuell geht eine Zehnerserie in den Einsatz. Die Zahl der überwachten Einheiten der Dreier AG steigt somit auf rund 40 Einheiten. Hauptdomänen sind Food- und Pharmalogistik. «Ausserdem», so ergänzt CEO Hans-Peter Dreier, «können Anhängerzüge mit Wechselbehältern die städtischen Zentren mit engen Raumverhältnissen elegant versorgen: Eine erste Fuhre mit dem Motorwagen, in Multitemp, je nach Bedarf des Kunden. Dann Umpritschen, den Wechselbehälter des Anhängers auf den Motorwagen nehmen und nochmals liefern, wiederum nach Kundenwunsch». Dreier weiter: «Das Umpritschen ist eine Sache von Minuten, unsere Leute haben da Routine.» Ein Anhängerzug dieser Art, so Dreier, offeriere vier verschiedene Temperaturzonen. Zum Beispiel eine für Tiefkühlkost, eine weitere für Molkereiprodukte, eine dritte für Früchte und Gemüse und eine vierte, etwa nicht temperaturgeführt, für Kolonialwaren.
Dass der neue Wechselbehälter längere Strecken auch auf der Schiene zurücklegen kann, spart Diesel und somit CO2-Emissionen. Vor allem aber hat diese Box exakt das richtige Klima für die Waren, die sie transportiert. Ausserdem sorgt die lückenlose Temperaturüberwachung für Stressfreiheit in der Disposition und beim Kunden. Alles in allem für ein richtig gutes Klima.

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