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Ein Inder ist der bestbezahlte Konzernchef in Europa

Ein Inder ist der bestbezahlter Konzernchef in Europa
Rakesh Kapoor: Der indische CEO erhält einen stattlichen Lohn. Youtube

Die Cheflöhne in Europa steigen weiter. In der Rangliste der bestverdienenden Manager ist die Schweiz gut vertreten. Die Schweiz stellt sogar den am besten entlöhnten Verwaltungsratschef.

Der Inder Rakesh Kapoor ist der bestbezahlte Chef eines europäischen Grosskonzerns. Der CEO des britischen Konsumgüter-Konzerns Reckitt Benckiser löste nach einer Studie der Vergütungsberatung hkp im vergangenen Jahr den zurückgetretenen VW-Chef Martin Winterkorn ab, der die Rangliste in den Jahren davor angeführt hatte.

Der 57-jährige Kapoor kam nach den Expertenberechnungen auf ein Gehalt von 17,8 Millionen Euro, auf den Plätzen folgen Carlos Brito von der Brauerei Anheuser-Busch (14,2 Millionen Euro) und Severin Schwan, der beim Basler Pharmakonzern Roche 14,1 Millionen Euro bekam. Der bestbezahlte Konzernchef im deutschen Leitindex Dax kam 2015 erneut aus der Autoindustrie. Daimler-Chef Dieter Zetsche liegt mit 9,6 Millionen Euro europaweit aber nur auf Platz elf.

Schweizer unter den Top-Verdienern

Die Vergütungsexperten von hkp hatten die Gehälter von Geschäftsleitungs- und Verwaltungsratschefs der 76 grössten börsennotierten Unternehmen in Europa unter die Lupe genommen, darunter 14 aus Deutschland. Acht der zehn Top-Verdiener arbeiten für britische und Schweizer Konzerne. Für hkp-Partner Michael Kramarsch kommt das nicht überraschend. «Das sind die Länder, die am intensivsten über den Atlantik blicken», sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. «Es ist allerdings fraglich, ob die Briten nach dem Brexit ihre Spitzenposition halten können.«

Im Dow-Jones-Index der 30 grössten US-Konzerne führte 2015 Walt-Disney-Chef Robert Iger mit umgerechnet 38 Millionen Euro. Der Durchschnittsverdienst der US-Konzernbosse liegt bei 15 Millionen Euro, vor allem weil die Boni dort 90 Prozent der Vergütung ausmachen. Die Fix-Vergütungen in Europa sind laut hkp im Schnitt sogar höher als in den USA.

Unterdurchschnittliche Löhne in Deutschland

Die CEOs der 14 deutschen Top-Unternehmen liegen im Schnitt bei 5,1 Millionen Euro und damit unter dem Mittel im Europa (6,5 Millionen). «Deutschland ist vom europäischen Niveau nicht weit weg – aber in Europa schauen alle staunend auf die USA», sagte Kramarsch.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Vergütungen der führenden Konzernchefs in Europa um knapp zehn Prozent gestiegen, während die Nettogewinne um 18 Prozent schrumpften. Kramarsch sieht den Grund darin, dass die Gehälter bei schlechten Geschäftszahlen weniger stark sinken als sie bei guten steigen. Im Fünf-Jahres-Vergleich verdienten die Firmenchefs der Studie zufolge aber nur sechs Prozent mehr – das ergibt eine jährliche Steigerung von gerade 1,4 Prozent.

Brabeck ist bestbezahlter Verwaltungsratschef

Bei den Aufsichtsrats- oder Verwaltungsratschefs klaffen die Vergütungs-Unterschiede weiter auseinander als in der Geschäftsleitung. Der Spitzenreiter, Nestlé-Verwaltungsratschef Peter Brabeck-Letmathe, lag 2015 bei 6,1 Millionen Euro, sein Kollege Georges Plassat kam beim französischen Detailhändler Carrefour auf 52’000 Euro. Die ersten fünf Plätze werden von Konzernen aus der Schweiz besetzt. «Dass das Amt als Verwaltungsratschef dort als Full-Time-Job gilt, kann das nur teilweise erklären», sagte Kramarsch.

(apw/mbü/ama)

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