Die Erbauer des Lötscherg-Eisenbahntunnels haben mit ihrer mutigen technischen Pioniertat viel für die Entwicklung des Bahnsystems in der Schweiz getan. Dies sagte Bundesrätin Doris Leuthard am Samstag an einem Fest zum 100-Jahr-Jubiläum der Lötschberg-Bahn. Mit der Eröffnung des Lötschberg-Tunnels im Juni 1913 sei eine staatspolitisch wichtige Verbindung durch die Alpen und eine unverzichtbare Bahnverbindung im helvetischen Netz entstanden, sagte die Schweizer Verkehrsministerin gemäss schriftlichem Redetext. Die Berner hätten vor über 100 Jahren im Interesse des Landes entschieden.

Zusammen mit anderen Bahnbauern habe die Betreiberin der Lötschberg-Bahn, die BLS, die Grundlage für die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte der Schweiz gelegt, so Leuthard weiter. Davon profitiere das Land noch heute. Auch in den kommenden Jahren gelte es aber weiter in die Bahn-Infrastruktur zu investieren.

Mit Hilfe von Frankreich

Dem Bau der Lötschbergstrecke ging ein langer Kampf der Berner für ihre eigene Bahnverbindung Richtung Süden voraus. Ab 1881 widmete sich Regierungs- und Nationalrat Wilhelm Teuscher ganz dem Bau eines Anschlusses an die geplante und 1906 eröffnete Simplonbahn. Trotzdem vergingen über 30 Jahre, bis der erste Zug durch den Lötschberg rollte. 1906 beschloss der Bernische Grosse Rat den Bau einer neuen Bahnstrecke von Frutigen nach Brig und gründete mit finanzieller Unterstützung aus Frankreich die Berner Alpenbahngesellschaft Bern-Lötschberg-Simplon (BLS).

Gleichzeitig wurde entschieden, die Strecke mit elektrischer Traktion zu betreiben. Zwischen Frutigen und dem Nordportal des Scheiteltunnels liegen 460 Meter Höhendifferenz, welche unter anderem mithilfe einer Doppelschleife bewältigt wurden. So können auf 10 Streckenkilometern mit einer maximalen Neigung von 27 Promille 270 Höhenmeter auf nur 3 Kilometern Luftlinie überwunden werden. Die Eröffnung fand 1913 statt. Die BLS feiert das 100-Jahr-Jubiläum der Lötschberg-Bahn an diesem Wochenende mit einem zweitägigen Volksfest in Frutigen. Am 7. und 8. September findet dann an der Südrampe ein zweites Fest statt.

(se/sda)

 

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