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Steigerung
Es kommen wieder etwas mehr Touristen in die Türkei

Küste bei Gallipoli: Schöne Strände lassen Terrorangst vergessen. Keystone

Die Zahl der Touristen in der Türkei ist erstmals seit 2015 wieder gesteigen. Die meisten Ausländer kamen im April aus Deutschland. Für den Zuwachs ist aber ein anderes Land verantwortlich.

Veröffentlicht am 30.05.2017

Nachdem in der Türkei seit Monaten kein Terroranschlag mehr verübt worden ist, bei dem auch Touristen betroffen waren, erholt sich der gebeutelte Tourismussektor in dem Land etwas. Die Zahl ausländischer Besucher stieg im April erstmals seit Herbst 2015 wieder, wenn auch von einem niedrigen Niveau aus.

In dem Monat reisten laut der am Dienstag veröffentlichten Monatsstatistik des Tourismusministeriums in Ankara 2,07 Millionen Ausländer in die Türkei, das waren 18,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Zuvor hatte sich der stetige Rückgang der Besucherzahlen bereits abgeschwächt.

Viel mehr Russen

Trotz der Spannungen zwischen Berlin und Ankara kamen die meisten Ausländer aus Deutschland: 262'730 Deutsche reisten im April in die Türkei, 6,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Zwischen April 2015 und April 2016 war die Zahl der Deutschen um 35,4 Prozent eingebrochen.

Die Zahl der russischen Besucher verfünffachte sich fast, nachdem Moskau und Ankara ihren Streit beigelegt hatten und die Charterflüge wieder aufgenommen worden waren: Russen stellten im April mit 181'865 Besuchern die zweitgrösste Gruppe.

Aus der Schweiz sind im April 17'898 Touristen in die Türkei gereist. Das entspricht einem Rückgang von 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Rückgang hat sich jedoch markant abgeschwächt: denn 2016 sind im Vergleich zu 2015 fast 47 Prozent weniger Schweizer in die Türkei gereist.

Kampfpreise der Hotels

Türkische Hotels werben derzeit mit Kampfpreisen um Touristen. Die Zahl der ausländischen Besucher liegt allerdings weiter deutlich unter der von 2015. Im Sommer 2015 war der Friedensprozess mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zusammengebrochen. Danach eskalierte die Gewalt im Land und die Besucherzahlen brachen ein.

Nicht nur die PKK, auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat seitdem schwere Anschläge in der Türkei verübt. Der bislang letzte schwere Anschlag - der Überfall auf einen Club in Istanbul in der Silvesternacht - liegt jedoch fünf Monate zurück.

Abschreckend auf Touristen dürften auch der Putschversuch vom Juli 2016 und der anschliessend verhängte Ausnahmezustand wirken, der weiter in Kraft ist und unter dem es zu Massenfestnahmen kommt.

(sda/gku)

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