Die Preise für Nahrungsmittel sind im Juli in Deutschland so kräftig gestiegen wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Sie verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 5,7 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Einen stärkeren Anstieg gab es zuletzt im September 2008 mit 6,5 Prozent. Fachleute machen dafür die Wetterkapriolen mitverantwortlich: Erst der lange Winter, dann die Überschwemmungen sowie zuletzt Hitze und Trockenheit verhinderten dem Bauernverband zufolge vielerorts eine gute Ernte.

Treiber für Inflation

Die deutlich teureren Lebensmittel trieben die Inflationsrate auf ein Jahreshoch. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 1,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im Juni lag die Teuerungsrate noch bei 1,8 Prozent. Trotz des Anstiegs blieb sie noch unter der Zwei-Prozent-Marke, bis zu der die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen spricht.

Spürbar tiefer in die Taschen greifen mussten die Verbraucher beispielsweise für Butter. Sie kostete knapp ein Drittel mehr als vor Jahresfrist. Gemüse verteuerte sich um 11,7 Prozent, wobei es bei Kartoffeln mit 44,4 Prozent den stärksten Anstieg gab. Für Obst wurden im Schnitt 11,3 Prozent mehr verlangt - für Äpfel sogar 22,3 Prozent mehr.

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Verglichen damit erhöhten sich die Energiepreise mit 2,9 Prozent noch moderat. Die Stromrechnung stieg um 11,9 Prozent. Leichtes Heizöl verbilligte sich hingegen um 3,6 Prozent, Kraftstoffe um 0,1 Prozent.

(chb/aho/reuters)