Die Euro-Geldgeber wollen heute Donnerstag neue Milliardenhilfen für das schuldengeplagte Griechenland beschliessen. Zur Sitzung der Eurogruppe in Luxemburg wurde auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, erwartet.

Kurz vor dem Treffen der Euro-Finanzminister hat der griechische Wirtschaftsminister Dimitri Papadimitriou den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble scharf kritisiert. Griechenland habe viele Reformen verabschiedet, kürzlich erst eine 25-prozentige Rentenkürzung, sagte Papadimitriou der «Welt».

«Unredliches Verhalten» Schäubles

Auch Schäuble habe gesagt, dass Griechenland die Vorgaben erfüllt habe. «Doch dann änderte er seine Meinung. Ich habe Schäuble noch nicht kennengelernt, und ich möchte auch nicht unhöflich sein, aber sein Verhalten scheint mir unredlich zu sein» sagte Papadimitriou.

EU-Politiker hatten sich zuletzt zuversichtlich geäussert, dass Griechenland mit der grundsätzlichen Freigabe einer neuen Tranche aus dem bis zu 86 Milliarden Euro schweren Hilfsprogramm rechnen kann, nachdem das Parlament in Athen eine Reihe von Reformen auf den Weg gebracht hat. Griechenland benötigt das Geld, um Kredite im Juli zurückzuzahlen.

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Die von der Regierung in Athen und dem IWF geforderten Schuldenerleichterungen wollen die Euro-Staaten erst nach dem Ende des Programms im Sommer 2018 gewähren, falls dies dann notwendig sein sollte. Im Mai war an dieser Frage eine Auszahlung neuer Finanzmittel noch gescheitert. Mit dem IWF ist nun ein Kompromiss geplant. Demnach soll sich der Fonds zunächst ohne finanziellen Beitrag an der Griechenland-Rettung beteiligen.

(sda/chb/ise)