Bei den Schweizer Exporteuren herrscht Krisenstimmung, das bestätigen die heute veröffentlichten Zahlen für den Juli der Eidgenössische Zollverwaltung. Auch die erfolgsverwöhnte Uhrenbranche leidet, das Minus im Juli war das grösste seit sechs Jahren.

In erster Linie hat der starke Franken die Ausfuhren gebremst. Schweizer Firmen haben sichtlich Mühe, mit dem Preisniveau im Ausland mitzuhalten. 

Der Preiskampf hat aber auch eine gute Seite, in diesem Fall freuen sich die Autofahrer. Fahrzeuge sind seit dem Ende des Euro-Mindestkurses deutlich günstiger in der Schweiz. Seit Januar sind darum die Importe um gut 4 Prozent angestiegen. Die Nachfrage ist so gross, dass sie manchmal kaum befriedigt werden kann. «Manche Händler haben immer noch Lieferschwierigkeiten», sagt der Präsident der Vereinigung der Autoimporteure Auto-Schweiz, François Launaz.

«Das geht im August weiter»

Im Juli allein sind die Autoimporte um rund zehn Prozent gestiegen. «Das geht im August weiter», sagt Launaz. In den ersten sechs Monaten sind fast 15'000 Autos mehr zugelassen worden als vor einem Jahr. Kein Wunder: Die Händler lockten die Käufer Anfang Jahr mit kräftigen Euro-Rabatten. So fielen die Preise um 15 bis 18 Prozent. Viele der jetzt gelieferten Fahrzeuge sind bereits vor einem halben Jahr bestellt worden.

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Das Gesamtbild im Schweizer Export allerdings erschreckend: Die Lieferungen ins Ausland sanken im Juli um 7,4 Prozent auf knapp 18 Milliarden Franken. Die Exporte liegen damit auch nach Ausklammerung von Preisveränderungen noch 4,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Exporteure haben also für ihre Ausfuhren nicht nur weniger Geld bekommen – sie haben auch geringere Mengen exportiert.

Maschinenindustrie ist unter Druck

Besonders unter Druck ist die Maschinenindustrie: Sie setzte über 12 Prozent wenig ab und steht damit noch deutlich schlechter da als etwa die Uhrenbranche. Der harte Franken verteuert ihre Produkte stark. Aber auch andere wichtige Schweizer Branchen wie die Chemie- oder die Pharmafirmen machten weniger Umsatz im Ausland.

An der Börse kamen die Exportzahlen schlecht an: Die Swatch-Inhaberpapiere sanken bis Mitte Nachmittag um 0,73 Prozent, Richemont-Aktien fielen um 1,38 Prozent.

Mit Material von sda und awp.