Die Schweizerische Nationalbank weist für die ersten drei Quartale 2014 einen Gewinn von 28,5 Milliarden Franken aus. Der Überschuss ist rekordverdächtig – aber auch die Bilanz: Noch nie war die Bilanzsumme höher als in diesem Jahr. Ende 2013 verwaltete die SNB 490,4 Milliarden Franken. Diese Summe ist auf 522 Milliarden angestiegen.

Der Grossteil des Geldes steckt in Devisenanlagen: 471,5 Milliarden Franken. Das sind mehr als 90 Prozent der Bilanzsumme. Devisen in US-Dollar und Euro bilden die zwei grössten Posten. Die Devisenbestände sind denn auch Haupttreiber für den jüngsten Mega-Gewinne der SNB: 25,2 Milliarden Franken des Überschusses kamen alleine aus den Fremdwährungspositionen.

Euro-Risiko nimmt ab

45 Prozent der Fremdwährungen hält die SNB in Euro. Auch das ein Rekordwert. 2009 hielt die SNB fast 60 Prozent der Devisenbestände in Euro. Seither sinken die Zahlen. Ende 2013 waren nur noch 49.2 Prozent der Fremdwährungen in Euro notiert. Damit ist zwar das Euro-Risiko für die SNB gesunken. Dennoch bleibt die Währung die grosse Gefahr in der Bilanz. Denn seit Dezember 2013 verlor der Euro fast zwei Prozent. Dies alleine reisst ein milliardenschweres Loch in die sonstigen, vom Dollar getriebenen Kursgewinne.

Anzeige

Seit 2009 war der Greenback nicht mehr so wichtig für die SNB wie heute. 29 Prozent der Fremdwährungen sind in US-Dollar angelegt. Das zeigt sich auch beim beim aktuellen Rekordgewinn: Die Gelder flossen vor allem aus dem Dollarbestand. Die Nationalbank hat gegenüber 2013 fast 14 Milliarden mehr Dollar gekauft. Sie hält derzeit 142,4 Milliarden US-Dollar. Weil die SNB mehr Dollar gekauft hat und weil sich der Dollar innerhalb von neun Monaten über sieben Prozent aufgewertet hat, resultiert ein satter Gewinn auf dem Dollarbestand.

Ungebremster Aufstieg des Greenback

Und der Aufstieg des Dollars scheint vorerst nicht zu bremsen. Die US-Zentralbank Federal Reserve stellte am Mittwoch den Aufkauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren ein. Das Ende der ultra-lockeren Geldpolitik bedeutet zunächst eines: Die Bilanz der Fed wird sich nicht weiter ausweiten und es wird zu keiner weiteren, aktiven Schwächung des Dollars kommen.

Das Gegenteil ist der Fall: Analysten sind sich einig, dass der Dollar gegenüber dem Franken weiter anziehen wird. Auch andere Währungen werden gegenüber dem Schweizer Franken Boden gut machen: Das britische Pfund hat in den ersten Monaten bereits über fünf Prozent zugelegt. Knapp sieben Prozent der Fremdwährungen in der SNB-Bilanz werden in Pfund gehalten. Weil das Pfund weiter steigen soll, werden sich auch die Gewinne der SNB ausweiten.

Yen trägt wenig zum Gewinn bei

Wenig zum Gewinn beitragen wird der japanische Yen. Dieser hat sich bisher zwar ebenfalls stark entwickelt. Er notiert fast drei Prozent höher als Ende 2013. Die Währung soll sich in den kommenden Monaten aber weder stark nach unten noch nach oben bewegen. Die jüngste Ankündigung der japanischen Zentralbank, ihre Geldmenge erneut zu erhöhen, dürfte sogar Indiz für eine weitere Schwächung des Yen sein.

Anzeige