EZB-Direktor Jörg Asmussen hat Italien zur Stärkung seiner Wachstumskräfte gemahnt. «Das wird aber nicht geschehen, indem man abwartet, bis sich das Blatt wirtschaftlich wendet», sagte Asmussen am Freitagabend als Preisträger «Alumnus des Jahres» an der renommierten Universität Bocconi in Mailand. Dort hatte der deutsche EZB-Direktor 1992 seinen Mastertitel in Business Administration erworben.

«Reformen werden zu Wachstum führen»

Asmussen betonte, ihm sei um die Zukunft der drittgrössten Volkswirtschaft der Euro-Zone nicht bange. «Reformen werden zu Wachstum führen und das Wachstum zu Nachhaltigkeit bei den Schulden.» Ein lebendiges Unternehmertum und «womöglich auch das Entstehen eines neuen politischen Systems» seien vielversprechend.

Er erinnerte zugleich daran, dass das Land seit der Jahrtausendwende wirtschaftlich vor sich hindümpele. Italien sei zudem «zu gross, um von aussen gerettet zu werden.» Es müsse die Wende selber schaffen. Er setze darauf, dass das italienische Volk bei den Reformen mitziehe. Das Schicksal des Euro sei eng an das Schicksal Italiens gekoppelt. «So gesehen entscheidet sich nicht in Paris, Berlin, Frankfurt oder Brüssel die Zukunft des Euro. Sie entscheidet sich in Rom.»

(reuters/moh)