Europas Schuldenkrise bleibt nach Einschätzung der OECD der stärkste Bremsklotz für die globale Konjunktur. Der Euroraum verharrt demnach bis weit ins nächste Jahr in oder nahe der Rezession.

Für 2013 sagt die OECD der Eurozone einen Rückgang der Wirtschaftskraft um 0,1 Prozent voraus, nach einem Schrumpfen in diesem Jahr von 0,4 Prozent. Erst 2014 werde es wieder ein Wachstum von 1,3 Prozent geben. Die Sparpakete bremsen bis dahin, der private Konsum wächst.

Im Kampf gegen die Krise fordert die Organisation von den Staats- und Regierungschefs ein anhaltend starkes Engagement. «Das grösste Risiko besteht in unzureichenden Fortschritten der politisch Verantwortlichen bei der Bewältigung der Krise», mahnten die OECD-Experten.

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Appell an EZB

Sie forderten auch einen deutlichen Beitrag der Geldpolitik mit sinkenden Leitzinsen und weiteren Konjunkturstützen. Die OECD plädiert ferner für eine Stärkung des Finanzsystems.

Die Konjunkturaussichten der Euro-Länder sieht die OECD nüchtern. Deutschland werde erst 2014 mit 1,9 Prozent wieder spürbar wachsen. Frankreichs Wirtschaft stagniere im nächsten Jahr noch weitgehend und werde 2014 nur um 1,3 Prozent zulegen.

In Spanien, Italien und Portugal werde das Bruttoinlandprodukt 2012 und 2013 weiter schrumpfen und erst 2014 wieder leicht steigen. Für Griechenland erwarten die OECD-Experten auch 2014 einen Rückgang um 1,3 Prozent. Die US-Wirtschaft kann 2013 mit einem Wachstum um 2,2 rechnen, im Jahr 2014 mit 2,8 Prozent.

(rcv/aho/sda)