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Aschewolke sorgt für rund 500 Flugausfälle

Reisende warten am Flughafen Edinburgh in Schottland. (Bild: Keystone)

Am schlimmsten traf es Grossbritannien: Der Ausbruch des Vulkans Grimsvötn hat den Flugverkehr in Teilen Europas beeinträchtigt. Die Schweiz könnte es am Freitag mit der Aschewolke zu tun bekommen.

Veröffentlicht am 24.05.2011

Die Aschewolke des Vulkans Grimsvötn in Island hat nach Angaben der europäischen Flugsicherung Eurocontrol dafür gesorgt, dass am Dienstag rund 500 Flüge gestrichen werden mussten. Am stärksten betroffen war Grossbritannien.

Am Morgen lag eine dichte Aschewolke nördlich von Schottland. Tausende Reisende sassen dort fest. Die Fluggesellschaft British Airways, die schottische Regionalfluglinie Loganair, die niederländische Fluggesellschaft KLM, die irische Aer Lingus und der Billigflieger Easyjet sagten ihre Flüge nach Schottland ab.

Da der Wind aber stark sei und die Aschewolke weiterziehe, blieben die Auswirkungen auf den Flugverkehr insgesamt relativ gering, schrieben die Experten. Im europäischen Flugverkehr gibt es laut Eurocontrol insgesamt 29'000 Starts und Landungen.

Fluggesellschaften dürfen mehr selbst entscheiden

Die britische Flugaufsicht hat den Fluggesellschaften deutlich mehr Entscheidungsspielraum eingeräumt als nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull in Island 2010. Damals war ein generelles Flugverbot verhängt worden, was zu einer erheblichen Zahl von Ausfällen von Flügen geführt hatte. Millionen Reisende sassen fest.

Am Dienstag machte sich die Aschewolke auch in Dänemark und Norwegen bemerkbar. Am Abend respektive in der Nacht wird die Wolke in Norddeutschland erwartet. Der Deutsche Wetterdienst schloss auf Grund einer Prognose nicht aus, dass der Grenzwert für Flugverbote am Mittwochmorgen überschritten werden könnte.

Betroffen sein könnten die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen sowie der Norden von Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Die EU-Kommission rechnete indessen nicht mit Luftraumschliessungen grossen Ausmasses. "Der Vulkan und die Asche sind verschieden, und das Wetter ist anders", sagte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas in Brüssel. Nach Angaben des isländischem Wetterdienst ist die Vulkanaktivität bereits zurückgegangen.

Asche in der Schweiz?

Die Fluggesellschaft Swiss ist bisher von der Aschewolke verschont geblieben. Alle Flüge könnten plangemäss stattfinden, hiess es. Am Flughafen Zürich wurde bisher ein Flug nach Edinburgh und zurück nach Zürich gestrichen, wie es bei der Betriebskoordination hiess.

Nach Angaben von Meteo Schweiz wurden über der Schweiz bisher keine Aschepartikel vom Grimsvötn festgestellt. Bis Donnerstag würden Südwestwinde die Wolke eher nordwärts tragen.

Am Freitag drehten die Winde dann aber auf Nordwest. Bleibe der Vulkan aktiv, könnte die Asche dann vom Jura her in die West- und Nordschweiz vordringen.

Grenzwert fehlen

Nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull vor einem Jahr fehlten Grenzwerte für die Aschekonzentrationen in der Atmosphäre. Inzwischen wurden dafür drei Zonen festgelegt - und bei geringer Konzentration ist das Fliegen erlaubt.

Allerdings beklagen Fluggesellschaften, dass es nach wie vor keinen einheitlichen, absoluten Grenzwert gibt, bei dem alle Flugzeuge am Boden bleiben müssen. Jeder Staat entscheidet selbst darüber, ob er seinen Luftraum schliesst.

Der Grimsvötn ist seit Samstag aktiv. Seine Asche schleuderte er teilweise über 20 Kilometer hoch in die Luft. Er liegt unter dem grössten Gletscher von Island.

(tno/sda)

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