In der griechischen Hauptstadt Athen ist die Zahl der Obdachlosen laut Bürgermeister Giorgos Kaminis 2011 um 20 Prozent gestiegen. Das sagte Kaminis der Tageszeitung «Ethnos». Auch in den Suppenküchen der Stadt habe die Nachfrage um 15 Prozent zugenommen. Angesichts der Lage forderte der Bürgermeister mehr finanzielle Hilfen des Staates.

Auch der Chef der kirchlichen Armenhilfe der Athener Diözese, Chrysostomos Simeonidis sagte der Zeitung, es seien immer mehr Menschen auf Gratis-Essensausgaben angewiesen. Landesweit gebe seine Organisation pro Woche etwa 250'000 Mahlzeiten aus.

Nach offiziellen Angaben verloren während des vergangenen Jahres rund 320'000 Griechinnen und Griechen ihre Arbeit. Die Gewerkschaften warnen, dass die Arbeitslosenquote schon bald die 20-Prozent-Marke übersteigen könnte.

Papademos: «Schlimmste Rezession»

Das angeschlagene Griechenland erhält von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds umfangreiche Finanzhilfen. Im Gegenzug soll das Land seine Staatsschulden reduzieren. Dazu will die Regierung unter anderem bis zum Jahr 2015 rund 150'000 Beschäftigte des öffentlichen Diensts entlassen.

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Nach Ansicht von Regierungschef Lucas Papademos befindet sich das Land in der «schlimmsten Rezession» seiner Geschichte. Das Bruttoinlandprodukt werde im laufenden Jahr um 5,5 Prozent sinken, hatte Papademos Mitte der Woche vor Unternehmern in Athen erklärt.

(tno/sda)