Die Euro-Finanzminister haben das zweite Hilfspaket für das pleitebedrohte Griechenland zum Teil freigegeben. Während einer Telefonkonferenz einigten sie sich darauf, dass 30 Milliarden Euro zur Unterstützung des Schuldenschnitts plus 5,5 Milliarden Euro für die Begleichung aufgelaufener Zinsen nun bereit stehen. Das teilte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker mit, ohne Zahlen zu nennen.

Das Rettungspaket umfasst insgesamt 130 Milliarden Euro. Eine endgültige Entscheidung über das Gesamtpaket soll dem Vernehmen nach Anfang kommender Woche in Brüssel fallen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird sich nach Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am zweiten Griechenland-Hilfspaket von 130 Milliarden Euro beteiligen. Das kündigte der CDU-Politiker in Berlin an, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Er gehe davon aus, dass der IWF mit einem «bedeutenden Beitrag» dabei sein werde.

Dies habe IWF-Chefin Christine Lagarde in der Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister erklärt und Sorgen ausgeräumt, der IWF wolle nicht mehr mitziehen. Das galt bis zuletzt als offen. Schäuble betonte, die erfolgreiche Umschuldung in Athen stabilisiere die gesamte Eurozone.

Der Schuldenschnitt sei kein Sündenfall. Es bestehe nicht «der Hauch einer Gefahr», dass es zu weiteren Umschuldungen in anderen Euro-Ländern kommen werde. Die Lage Griechenlands sei einzigartig.

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(vst/chb/awp)