Griechenland legt seine Reformliste eigenen Angaben zufolge erst am Dienstagmorgen vor. Dieses Vorgehen sei mit den Euro-Finanzministern abgestimmt worden. Die Eurogruppe hatte sich am Freitag geeinigt, ihr laufendes Hilfsprogramm um vier Monate zu verlängern. Die Minister hatten allerdings bis Montagabend eine Liste mit konkreten Reformzusagen verlangt.

Die Liste sollte zur Prüfung an die EU-Kommission, die EZB und den IWF übersandt werden. Sie enthalte Vorschläge für den Kampf gegen Steuerhinterziehung und Korruption, sagte der Regierungsvertreter weiter. Zudem umfasse sie Maßnahmen für Reformen im Öffentlichen Dienst sowie den Bürokratieabbau. Auch Probleme mit faulen Kredite würden angegangen.

Nicht überzeugende Angaben zu den Reformvorhaben

«Es gab keine Verzögerung», sagte Finanzminister Yanis Varoufakis dagegen dem US-Fernsehsender CNN. «Wir waren heute morgen fertig, und das Papier wurde rechtzeitig abgeschickt.» Vielmehr sei es eine Bitte «der anderen Seite» gewesen, dass das «formale, offizielle Dokument» erst am Dienstag übermittelt werde.

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Hintergrund für die neuerliche Verzögerung sind nach Angaben von Diplomaten in Brüssel bislang nicht überzeugende Angaben zu den Reformvorhaben. Die bislang vorgelegten Arbeitspapiere hätten ersten Prüfungen nicht standgehalten, hiess es am Abend in der EU-Metropole.

(reuters/se)