Das griechische Parlament hat das Gesetz für einen Schuldenschnitt in einem Eilverfahren gebilligt. Für das Gesetz stimmten am Donnerstagnachmittag die Fraktionen der Sozialisten und der Konservativen im Block, wie das Präsidium des Parlaments mitteilte.

Die beiden grossen Regierungsparteien verfügen über eine Zwei-Drittel-Mehrheit im 300-köpfigen Parlament. Angenommen wurde das Gesetz in einem Eilverfahren ohne eigentliche Abstimmung.

Am Freitag soll den Banken und anderen Geldinstituten dann das offizielle Angebot zum Schuldenschnitt gemacht werden, wie das Finanzministerium mitteilte.

Die Finanzminister der Eurozone hatten sich in der Nacht zum Dienstag auf ein zweites Rettungspaket für Griechenland verständigt. Neben dem Schuldenschnitt sieht es neue Hilfen für Athen in Höhe von 130 Milliarden Euro bis zum Jahr 2014 vor.

Ziel ist es, den griechischen Schuldenstand bis 2020 von derzeit 160 Prozent der Wirtschaftsleistung auf 120,5 Prozent zu drücken.

Die privaten Gläubiger sollen dabei nach Nennwert auf rund 53,5 Prozent ihrer Schulden verzichten. Dazu muss Athen in den kommenden Wochen einen Anleihen-Umtausch auf den Weg bringen.

Durch niedrigere Zinsen für die neuen Papiere liegt der Verzicht der Privatgläubiger de facto höher. Die griechische Regierung hofft, dass mindestens 66 Prozent der Gläubiger dem Schuldenschnitt freiwillig zustimmen. Dann könnte sie die übrigen zum Umtausch zwingen.

(rcv/sda)