Teilerfolg für Deutschland und Frankreich: Die beiden Länder haben beim zweitägigen EU-Gipfel eine Verankerung von Schuldenbremsen in den Euro-Staaten und automatische Sanktionen gegen Defizitsünder durchgesetzt. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sprach von einem Durchbruch.

Die EU stärkt auch ihren Schutzwall gegen die Schuldenkrise. So fliessen 200 Milliarden Euro Notenbankgelder an den Internationalen Währungsfonds, damit dieser europäischen Krisenstaaten aus der Patsche helfen kann.

Grossbritannien trägt die Pläne jedoch nicht mit. Und es droht Gefahr aus Irland: Die geplanten Integrationsschritte hin zu einer Fiskalunion in der EU könnten dort nach Ansicht der Regierung eine Volksabstimmung erfordern. Europaministerin Lucinda Creighton sagte der Nachrichtenagentur Reuters, sie schätze die Wahrscheinlichkeit eines Referendums auf 50 Prozent.

Schon zweimal Nein gesagt

Die Regierung werde die Einzelheiten der Vereinbarung in den kommenden Wochen prüfen, hiess es weiter aus Dublin.Eine Volksabstimmung könnte das Projekt verzögern oder sogar

gefährden. Die irischen Wähler haben schon bei zwei EU-Abstimmungen mit Nein gestimmt. Experten gehen davon aus, dass ein Referendum frühestens in einem halben Jahr abgehalten werden könnte. Dies würde den Hoffnungen auf eine schnelle Lösung der Eurokrise einen schweren Schlag versetzen.

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Bei dem auf dem Gipfel beschlossen Euro-Pakt sind die 17 Euroländer an Bord, hinzu kommen bis zu 9 weitere Nicht-Euroländer. Auch diese Zustimmung ist jedoch noch nicht endgültig gesichtert: Die 9 müssen erst ihre Parlamente befragen.

(tno/awp/sda)