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Arbeit
Brexit schlägt noch nicht auf den Jobmarkt durch

London: Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Verankerung bleibt. Keystone

Der britische Arbeitsmarkt ist auch nach dem Brexit-Votum noch robust. Die Erwerbslosenquote fiel im Juli auf den niedrigsten Wert seit 2005. Doch die Unsicherheit könnte sich später bemerkbar machen.

Veröffentlicht am 14.09.2016

Der britische Arbeitsmarkt zeigt sich bislang wenig beeindruckt vom Brexit-Votum. Die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung kletterte im August um 2400 auf 771’000, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten einen Anstieg um 1800 erwartet, nachdem es im Juli noch einen Rückgang um 3600 gegeben hatte.

Die nach den Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) berechnete Erwerbslosenquote fiel dagegen im Juli auf 4,7 Prozent, den niedrigsten Wert seit September 2005. Die Zahl der Beschäftigten legte von Mai bis Juli um 174’000 zu.

Unsicherheit erwartet

Die Briten hatten sich am 23. Juni für einen Austritt aus der Europäischen Union ausgesprochen. Viele Fachleute befürchten, dass sich die Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Verankerung demnächst bemerkbar machen wird. Zwar wollen nach wie vor mehr Unternehmen Mitarbeiter einstellen als entlassen, wie aus einer aktuellen Umfrage des privaten Personaldienstleisters Manpower unter 2000 Arbeitgebern hervorgeht.

Allerdings gilt das nicht für alle Branchen: Unternehmens- und Finanzdienstleister sowie Baufirmen und Versorger signalisierten für das Jahresende eine nachlassende Einstellungsbereitschaft. Besonders in ärmeren Gegenden wie Nordirland und Wales trübten sich die Beschäftigungsaussichten ein, ebenso in Schottland.

(reuters/gku/ama)

 

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