Die britische Notenbank hat weitere Hinweise auf eine Leitzinserhöhung noch im laufenden Jahr gegeben. Angesichts der Wirtschaftserholung sei man überrascht, dass die Märkte nur eine geringe Möglichkeit einer Zinserhöhung in diesem Jahr sehen, heisst es im am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes) zur Sitzung des geldpolitischen Ausschusses vom 4. und 5. Juni.

Die Wirtschaft sollte ihr aktuell hohes Wachstumstempo beibehalten, erwartet die Bank of England (BoE). Die Konjunkturerholung stehe auf breiteren Füssen und sei nachhaltiger geworden. Allerdings müsse die Unterauslastung der Wirtschaft weiter verringert werden, bevor die Zinsen angehoben werden. Die Zinserhöhungen werden laut BoE graduell erfolgen.

Es wäre die erste Zinsanhebung nach der Finanz- und Bankenkrise. Damit würde die BoE als erste grössere westliche Notenbank die Zinsen anheben.

Rekordtief wurde einstimmig beschlossen

Die Finanzmärkte zeigten sich wenig überrascht von dem Protokoll. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte Notenbankchef Mark Carney die Märkte auf eine Zinswende vorbereitet. «Es könnte schneller als am Markt derzeit erwartet geschehen», sagte er.

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Die Entscheidung, den Leitzins zunächst unverändert auf dem Rekordtiefstand von 0,5 Prozent zu belassen, ist laut dem Protokoll einstimmig gefallen. Einige Experten hatten vermutet, dass es hier Abweichler gegeben haben könnte.

(awp/vst/sim)