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Forderung
Britische Banken wollen bei Brexit tiefere Steuern

London City: Banken fürchten den «harten» Brexit. Keystone

Die Bankenlobby in Grossbritannien will wegen dem Brexit-Votum steuerliche Entlastungen. Jobs und Wachstum seien ansonsten in Gefahr. Einzelne Institute drohen sogar schon mit Abzug.

Veröffentlicht am 20.10.2016

Angesichts drohender wirtschaftlicher Folgen des Brexit-Votums fordern britische Banken steuerliche Entlastungen. Die Regierung in London hatte im Januar eine Sondersteuer auf Gewinne über 25 Millionen Pfund (30 Millionen Franken) der Geldhäuser eingeführt. Der Chef des Lobbyverbandes BBA, Anthony Browne, forderte am Donnerstag, dass diese Regelung auslaufen solle.

«Die Banken stehen zwar fest zu der Verpflichtung, ihren angemessenen Anteil zu zahlen. Doch wir sind jetzt an einem Punkt, wo Jobs und Wachstum in Grossbritannien in Gefahr sind.» Das Land müsse ein wettbewerbsfähiger Standort für internationale Banken bleiben.

Abzug als Plan B

Die britische Bevölkerung hatte sich im Juni mehrheitlich für einen Austritt aus der EU ausgesprochen. Ob das Land weiter Zugang zum europäischen Binnenmarkt mit seinem zollfreien Warenverkehr bekommen wird, muss in den Austrittsverhandlungen geklärt werden.

Für das Londoner Finanzzentrum ist insbesondere der sogenannte EU-Pass wichtig. Dieser ermöglicht Banken den ungehinderten Zugang zu den Kapitalmärkten der EU. Geldhäuser haben damit gedroht, bereits im kommenden Jahr Teile ihres Geschäfts aus London abzuziehen, falls keine Klarheit in dieser Sache geschaffen werde.

(sda/gku/me)

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