Der billionenschwere chinesische Staatsfonds CIC will künftig Geld in die europäische und US-Infrastruktur stecken. «Die Infrastruktur in Europa und den USA benötigt dringend Investitionen», sagte CIC-Chef Lou Jiwei der Tageszeitung «Financial Times».

Bislang seien chinesische Unternehmen bei solchen Projekten vor allem als einfache Lieferanten aufgetreten. «Jetzt müssen sie in solche Projekte auch investieren, sie entwickeln und betreiben», sagte Lou.

Bislang hatte der CIC vor allem in ausländische Staatsanleihen investiert. Diese galten zwar als vergleichsweise wenig gewinnbringende, aber sichere Anlagen. Angesichts der Schuldenkrise in den USA und Europa suchen die CIC-Manager nun auch nach anderen Anlagemöglichkeiten.

Ein hoher Verantwortlicher des Staatsfonds warf in diesem Monat bereits die Frage auf, ob die Investitionen in Staatsanleihen den erhofften Gewinn brächten. Andererseits hatten Verluste bei riskanteren Investitionen des CIC während der vorangegangenen Finanzkrise auch für heftige Kritik in China gesorgt.

Der chinesische Staatsfonds wurde im Jahr 2007 gegründet, um die hohen Währungsreserven der Volksrepublik zu verwalten. Ende September umfasste er 3,2 Billionen Dollar.

(kgh/rcv/sda)

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