Die deutschen Exporteure haben wegen Euro-Krise und schlapper Weltwirtschaft einen unerwarteten Rückschlag erlitten. Ihr Umsatz fiel im Februar um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 88,7 Milliarden Euro ins Ausland und damit 2,8 Prozent weniger als im Februar 2012. Die Ausfuhren in die EU-Staaten fielen um 3,4 Prozent, die in die Euro-Länder sogar um 4,1 Prozent. Die Exporte in den Rest der Welt gingen ebenfalls zurück, wenn auch mit 1,9 Prozent weniger stark. Allerdings ist Besserung in Sicht: Die exportabhängige Industrie zog im Februar 2,2 Prozent mehr Aufträge an Land, weil auch die Nachfrage aus der Euro-Zone anzog.

Die Importe schrumpften noch stärker. Eingeführt wurden Waren im Wert von 71,9 Milliarden Euro - 5,9 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Verglichen mit Januar gab es sogar einen Rückgang um 3,8 Prozent. Die um saisonale Schwankungen und Kalendereffekte bereinigte Handelsbilanz - die Differenz zwischen Exporten und Importen - kletterte überraschend auf 17,1 Milliarden Euro.

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Der Euro gewinnt derweil in Deutschland an Sympathie: Mehr als zwei von drei Deutschen (69 Prozent) wollen die Gemeinschaftswährung laut einer Umfrage behalten. Im vergangenen Jahr war noch jeder zweite Euro-skeptisch eingestellt. Heute wünschen sich nur 27 Prozent die D-Mark zurück, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des «Handelsblatt.» «Die für viele nicht durchschaubare Euro-Krise ängstigt die Deutschen zwar. Die Einstellung zum Euro als Währungseinheit wird davon aber heute nicht mehr berührt», sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Zeitung.

(muv/aho/sda/awp)