Das Geld würde reichen, um in der derzeitigen Krise so manches Finanzloch zu stopfen: Auch zehn Jahre nach der Einführung des Euro als Bargeld befinden sich noch immer 13,3 Milliarden D-Mark in Umlauf. «Alte Liebe rostet nicht», kommentiert die «Financial Times Deutschland» die von der Bundesbank veröffentlichten Zahlen.

Am 17. Dezember 2001 bestand für deutsche Bürger erstmals die Möglichkeit, Euro-Münzen in die Hände zu nehmen - Anfang 2002 wurde die Einheitswährung definitiv eingeführt. «Ich investierte 100 D-Mark und erhielt dafür fünf sogenannte Starterkits mit jeweils 10,23 Euro», erinnert sich Blogger Patrick Herwarth auf «finanzversteher.de».

Eine Wertsteigerung oder gar einen besonderen Sammlerwert haben die verschweisten Plastikbehältnisse nie erzielt. «Das ist einfach nur Bargeld», erhielt er von einer Numismatikerin zur Auskunft. Die Starterkit-Auflage war mit 53,54 Millionen Exemplaren schlicht ein paar Nummern zu gross, um jemals als Rarität durchgehen zu können.

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Herwarth verweist stolz darauf, dass er noch einen 5-Mark-Schein sein Eigen nennt. «Den gebe ich nicht mehr her!» Und er ist damit nicht alleine: Insgesamt vermutet die Bundesbank noch 172 Millionen Banknoten im Wert von 6,4 Milliarden D-Mark in Umlauf - hinzu kommen Münzbestände von 6,9 Milliarden (23,8 Milliarden Münzen). Vermutet wird, dass ein grösserer Teil sich im Ausland befände. Als häufigster Grund für einen Nichtumtausch wird nicht etwa Treue oder Sammlerleidenschaft angegeben, sondern Vergesslichkeit.

Gewechselt wird weiterhin: Von Januar bis November dieses Jahres waren es knapp 100 Millionen D-Mark, die trotz Schuldenkrise bei der Bundesbank in Euro gewechselt worden sind.

(vst/rcv)