1. Home
  2. Konjunktur
  3. Deutsche Industrie legt Fehlstart hin

Zahlen
Deutsche Industrie legt Fehlstart hin

Thyssen Krupp in Duisburg: Die deutsche Industrie schwächelte im Januar. Keystone

Deutschlands Industrie ist wegen mangelnder Grossaufträge überraschend schwach ins Jahr gestartet. Die Bestellungen sanken im Januar überraschend deutlich.

Veröffentlicht am 05.03.2015

Der Auftragseingang der deutschen Industrie ist zu Jahresbeginn überraschend stark gefallen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts vom lagen die Bestellungen saison- und arbeitstäglich bereinigt im Januar 3,9 Prozent niedriger als im Vormonat. Experten hatten mit einem kleineren Rückgang um 1,0 Prozent gerechnet. Im Dezember waren die Auftragseingänge noch kräftig um revidiert 4,4 Prozent (zunächst: 4,2) gestiegen.

Der Auftragseingang aus dem Inland fiel im Januar um 2,5 Prozent. Vor allem litt die Industrie jedoch unter einer schwächeren Nachfrage aus dem Ausland. Hier gingen die Bestellungen um 4,8 Prozent zurück. Die Bestellungen aus der Eurozone fielen deutlich um 9,0 Prozent, während die Aufträge aus dem übrigen Ausland im Januar um 2,2 Prozent niedriger als im Vormonat ausfielen.

«Schwankungen erschreckend gross»

Im Januar fiel der Auftragseingang bei den Herstellern von Vorleistungsgütern laut Bundesamt um 3,8 Prozent und bei den Herstellern von Investitionsgütern um 4,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Bei den Konsumgütern fiel das Auftragsvolumen um 0,6 Prozent.

«Die Schwankungen sind erschreckend gross. Im Dezember gab es einen sehr starken Anstieg, der ist nun relativiert worden», sagte Ökonom Stefan Schilbe von HSBC Trinkhaus in einer ersten Reaktion. «Es fällt auf, dass wir vor allem bei den Auslandsaufträgen eine hohe Volatilität haben - besonders aus der Euro-Zone.» Bislang laufe die deutsche Konjunktur nur auf einem Zylinder, und sei ist der private Konsum. Für einen stärkeren Aufschwung sei man auf den industriellen Sektor angewiesen, um dann wieder steigende Investitionen zu sehen.

(awp/reuters/tno/ama)

Anzeige