Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Deutschland im ersten Quartal wieder ein Wachstum geschafft und einen Teil des Einbruchs von Ende 2012 wettgemacht hat. Die Exporte legten um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie das deutsche Statistische Bundesamt mitteilte. «Das Exportplus ist angesichts der Probleme in der Euro-Zone ganz ordentlich», sagte Ökonom Lothar Hessler von HSBC Trinkaus. «Die Probleme dort schlagen nicht mehr ganz so stark durch, weil Deutschland inzwischen mehr von der Welt- als von der Eurozonen-Konjunktur abhängig ist.»

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Die Betriebe der deutschen Industrie im März 1,7 Prozent mehr als im Vormonat. «Dies ist das grösste Plus seit Juli 2011», sagte ein Statistiker. Das Inlandgeschäft legte um 1,8 Prozent zu, das Auslandgeschäft um 1,7 Prozent. Zuvor war bereits die Produktion so stark gestiegen wie seit einem Jahr nicht mehr, während die Aufträge zwei Monate in Folge um jeweils 2,2 Prozent und damit unerwartet kräftig anzogen. Damit zeichnet sich für das erste Quartal ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes ab. «Alle harten Daten deuten darauf hin», sagte Hessler.Ökonomen rechnen im Schnitt mit einem Plus von 0,3 Prozent, wobei die Schätzungen von 0,1 bis 0,7 Prozent reichen. Eine erste Schätzung veröffentlicht das Statistikamt am kommenden Mittwoch. Ende 2012 war die Wirtschaftsleistung mit 0,6 Prozent so stark eingebrochen wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr.

«Es bleibt schwierig»

Dass die Erholung noch auf wackligen Beinen steht, zeigt der Blick auf die Quartalsbilanz der deutschen Exporteure. Von Januar bis März verkauften sie Waren im Wert von 271,8 Mrd. Euro ins Ausland und damit 1,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. wert. Anders als bisher konnten die Rückgänge aus dem Europageschäft nicht durch Zugewinne mit den Drittstaaten kompensiert werden, weil diese nun zunehmend selbst unter der europäischen Wachstumsschwäche zu leiden beginnen", sagte der Chef des Aussenhandelsverbandes BGA, Anton Börner. Er rechnet für das Gesamtjahr 2013 aber mit einem Wachstum von 3 Prozent.

«Es bleibt schwierig», sagte auch Christian Schulz von der Berenberg Bank. «Japan als Konkurrent kann aufgrund des extrem abgeschwächten Yen den deutschen Unternehmen Marktanteile abjagen«» Die Euro-Zone werde sich zudem erst ab der zweiten Jahreshälfte allmählich erholen. «Die Exporte werden wahrscheinlich nicht die Wachstumslokomotive sein», sagte Schulz. "Diese Rolle fällt der heimischen Nachfrage zu.»

(se/sda)