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Konjunktur

Deutscher Finanz-Staatssekretär will EZB-Chefökonom werden

Jörg Asmussen muss zunächst durch die Eurogruppe nominiert werden. (Bild: Keystone)

Der Staatssekretär im deutschen Finanzministerium will der neue Chefökonom der Europäischen Zentralbank werden.

Veröffentlicht am 10.09.2011

 

Der Staatssekretär im deutschen Finanzministerium, Jörg Asmussen, bewirbt sich um die Nachfolge des zurückgetretenen Chefökonoms der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark. Das teilte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Marseille mit.

Schäuble informierte den luxemburgischen Ministerpräsidenten und Eurogruppen-Vorsitzenden Jean-Claude Juncker über die Kandidatur von Asmussen. Asmussen selbst erklärte, er wolle die Aufgabe gerne übernehmen, «in einer Phase, in der wir die Währungsunion sichern müssen».

Asmussen muss nun zunächst durch die Eurogruppe nominiert werden, dann gibt es eine Anhörung vor dem EU-Parlament und durch das EZB-Direktorium, das ebenfalls zustimmen muss.

Der Rücktritt von Stark hatte am Freitag an der Börse zu massiven Kurseinbrüchen geführt. Der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit Februar. Hintergrund des Rücktritts war ein Streit innerhalb der EZB über den Aufkauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder, wie er von Notenbankpräsident Jean-Claude Trichet befürwortet wird.

Stark verlässt die EZB Ende Jahr. Er ist bereits der zweite prominente deutsche Kritiker des Kurses von Trichet, der in diesem Jahr seinen Hut nimmt. Im Frühjahr hatte schon der damalige Bundesbankpräsident und aussichtsreiche Trichet-Nachfolgekandidat Axel Weber im Streit über die Anleihenkäufe aufgegeben.

(laf/sda)

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