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Deutschland: Eine Lokomotive auch Abseits des Rasens

Stellvertretend für den deutschen Siegeswillen: Stürmerstar Mario Gomez. (Bild: Keystone)

Sind Sie bereit für die Fussball-EM? «Handelszeitung Online» stellt in Zusammenarbeit mit Euler Hermes Schweiz alle Nationen vor - auch abseits von sportlichen Perspektiven. Heute: Deutschland.

Veröffentlicht am 06.06.2012

Politisch kommt Deutschland mehr denn je eine Führungsrolle in der Eurozone. «Wer zahlt, der befiehlt», könnte die Maxime von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einen einfachen Nenner gebracht werden.

Das sorgt in den schuldengeplagten Staaten für Verärgerung. Immer häufiger geht Merkel mit ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Einführung von Eurobonds auf Konfrontationskurs. Zuletzt verwies die Kanzlerin als Begründung darauf, dass auch Deutschland keine gemeinsamen Staatsanleihen von Bund und Ländern ausgebe. «Auch in den USA gibt es keine Amerikabonds der verschiedenen förderalen Ebenen.»

Trotzdem betont Merkel immer wieder, dass Deutschland alles daran setzen werde, um den Euro als stabile Währung zu unterstützen.

Sport

Deutschland ist neben Spanien der meistgenannte Favorit auf den EM-Titel. Allerdings ist das Weiterkommen in der sogenannten «Todesgruppe» kein Selbstläufer, warten dort nebst Dänemark die Teams der Niederlande und von Portugal. Für vergleichsweise überschaubare Verunsicherungen dürften die mässigen Leistungen in den letzten Vorbereitungsspielen gesorgt haben, wo die Mannschaft von Bundestrainer Jogi Löw unter anderem die historische Niederlage gegen die Schweiz (3:5) einzog.

Marktwert

Mit einem geschätzten Gesamtwert von 610 Millionen Franken ist das deutsche Nationalteam gemäss «transfermarkt.ch» die «zweitteuerste» Mannschaft der EM-Endrunde.

Die teuersten Spieler kommen allesamt von Bayern München: Für Mario Gomez müsste ein Interessent derzeit rund 56 Millionen Franken auf den Tisch blättern - gefolgt von Bastian Schweinsteiger (50,5 Millionen) und Thomas Müller (46,5 Millionen).

Wirtschaft

Nachdem sich die deutsche Wirtschaft beinahe zwei Jahre im Aufwind befand, durchlief sie zu Beginn des Jahres 2011 eine Phase des geringen Wachstums. Aktuell sind die Signale sehr heterogen: Erst diese Woche wurde bekannt, dass die deutsche Wirtschaft im April ihre Produktion stärker gedrosselt hat als erwartet. «Das Produktionsplus im März wurde damit wieder komplett zunichtegemacht», hiess es - der deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler sprach von einem «Rückpralleffekt».

Die europäische Währungsunion hängt trotzdem nach wie vor substanziell von der Wirtschaftslokomotive Deutschland ab: Ohne deren Wachstum wäre die Eurozone in die Rezession abgerutscht.

Die Analyse von Euler Hermes Schweiz weist für 2012 insgesamt auf eine deutliche Verlangsamung des BIP-Wachstums hin, das nur noch 0,9 Prozent betragen dürfte, gefolgt von einem stärkeren Anstieg auf 1,7 Prozent im Jahr 2013. Die Risiken eines Abschwungs auf Grund der europäischen Schuldenkrise bestehen jedoch weiterhin.

 

Die Deutschland-Spiele in Gruppe B

Samstag, 9. Juni / 20.45 Uhr: Deutschland-Portugal
Mittwoch, 13. Juni / 20.45 Uhr: Niederland-Deutschland
Sonntag, 17. Juni / 20.45 Uhr: Dänemark-Deutschland

 

 

«Handelszeitung Online» präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kreditversicherer Euler Hermes Schweiz die 16 EM-Länder - für einmal nicht nur beschränkt auf den rein sportlichen Fokus. Mit dem heutigen Artikel endet die Serie.

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