Die deutsche Bundesregierung wappnet sich einem Pressebericht zufolge für einen möglichen Austritt Griechenlands aus dem Euroraum. Derzeit befasse sich eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Staatssekretär Thomas Steffen mit den Folgen eines Austritts für Deutschland und den gesamten Währungsraum, berichtet die «Financial Times Deutschland» («FTD») unter Berufung auf Kreisen aus dem Bundesfinanzministerium.

«Die Kollegen stellen Berechnungen über die finanziellen Folgen an und überlegen, wie sich ein Dominoeffekt auf die anderen Euro-Staaten verhindern lässt», zitiert die Zeitung aus dem Ministerium. Die rund zehnköpfige Arbeitsgruppe tage regelmässig und vertraulich. Sie binde alle Hierarchiestufen des Finanzministeriums ein.

Experten aus den Abteilungen Finanzmarkt, Europa, Haushalt und Grundsatzfragen sind dem Blatt zufolge vertreten. Das CDU-Mitglied Steffen steht in der Sache auch mit dem Kanzleramt in Kontakt.

Der Sprecher von Bundesfinanzminister Schäuble sagte der «FTD»: «Es gibt einen Arbeitsstab, der sich schwerpunktmässig um die Staatsschuldenkrise kümmert. Herr Steffen ist in diesem Zusammenhang letztverantwortlich vor dem Minister.» Es sei richtig, dass sich eine Regierung auf alle Szenarien vorbereite, auch auf unwahrscheinliche.

(tno/muv/awp)