Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Kritik von US-Präsident Barack Obama am Krisenmanagement der Euro-Länder zurückgewiesen. «Ich denke nicht, dass die Probleme Europas die einzigen Probleme der Amerikaner sind», sagte der CDU-Politiker auf einer Veranstaltung in Berlin.

«Es ist immer leichter, anderen Ratschlägen zu geben», so Schäuble mit Blick auf Forderungen nach zusätzlichen Massnahmen gegen die Schuldenkrise. Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte zuvor Europa vorgeworfen, die Krise nicht entschlossen genug zu bekämpfen.

«Ich glaube nicht, dass die Fiskalpolitik der richtige Weg ist, um die Probleme zu lösen», sagte Schäuble. Es gebe zudem Unterschiede zwischen den USA und den 17 Euro-Ländern. Auch gehe es um die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB).

Wie weise ist Barroso?

Der Finanzminister wies erneut Spekulationen über eine weitere Ausweitung des Euro-Rettungsfonds EFSF über das bisher vereinbarte Kreditvolumen von 440 Milliarden Euro hinaus zurück. Eine nochmalige Ausweitung würde unter anderem die Bestnoten von sechs Euro-Ländern bei der Kreditwürdigkeit (AAA) gefährden: «Das macht keinen Sinn.»

Er hoffe auch, dass EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso ein weiser Mann sein werde, bei seiner Rede vor dem EU-Parlament, und nicht für zusätzliche Unruhe sorge, sagte Schäuble mit Blick auf die wichtige Abstimmung des Bundestages an diesem Donnerstag über die Stärkung des EFSF-Fonds.

Er spielte damit offenbar auch auf die Ankündigung Barrosos an, die Kommission werde neue Vorschläge zu Euro-Bonds vorlegen. Gemeinschaftliche Staatsanleihen aller Euro-Länder lehnt die schwarz-gelbe Bundesregierung in Deutschland ab.

(tno/kgh/awp)