Die Europäische Zentralbank (EZB) kommt scheinbar nicht zur Ruhe: Laut Informationen der «Financial Times Deutschland» («FTD») wollen die Niederlande gemeinsam mit kleineren Staaten aus Nordeuropa verhindern, dass der spanische Sitz im EZB-Direktorium nach dem Ausscheiden von José Manuel González-Páramo wieder an einen Spanier geht.

Die Ländergruppe will demnach durchsetzen, dass stattdessen ein Vertreter eines kleinen nordeuropäischen Landes den Sitz in dem mächtigen sechsköpfigen Steuerungsausschuss übernimmt.

Dabei könnte González-Páramo das Direktorium der «FTD» zufolge früher verlassen als Ende Mai 2012, wenn sein Mandat endet. Er gelte als möglicher Kandidat für das Amt des Wirtschaftsministers in der neuen spanischen Regierung. Die wiederrum wisse von dem Plan der kleineren Ländern und sei sehr besorgt, schreibt die Zeitung.

Im Direktorium sitzen der italienische EZB-Chef Mario Draghi, sein portugiesischer Vize Vítor Constancio, der Spanier José Manuel González-Páramo und der Belgier Peter Praet. Der Deutsche Jürgen Stark wird ab Januar vom ebenfalls deutschen Jörg Asmussen ersetzt - ausserdem zieht der Franzose Benoît Coeuré im Januar in den Ausschuss ein.

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Die Frage, ob Asmussen oder ein Franzose die prestigeträchtige Position des EZB-Chefökonomen einnimmt, hatte vor wenigen Tagen bereits auf einen deutsch-französischen Machtkampf hingedeutet. Die beiden Länder demonstrierten jedoch Einigkeit.

(tno/vst)