Italiens Wirtschaftsminister Vittorio Grilli geht davon aus, dass die Wirtschaft Italiens in diesem Jahr um 2,1 Prozent schrumpft - das berichtete die Zeitung «Corriere della Sera».

Hoffnungen auf eine Erholung im kommenden Jahr zerstöre er: «Für 2013 stehen die Zeichen auf Stagnation», sagte Grilli der Zeitung zufolge bei einer Kabinettssitzung am Freitag.

Das Wirtschaftsministerium der drittgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone wollte sich zu dem Bericht nicht äussern. Bislang war die Regierung für 2012 von einem Rückgang von 1,2 Prozent ausgegangen.

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Andere waren da bereits skeptischer: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt Italien für dieses Jahr einen Einbruch um knapp 2 Prozent voraus. Der Industrieverband Confindustria befürchtet sogar ein Minus von 2,4 Prozent.

Neunstündige Debatte

Vor zwei Wochen hatte Grilli bereits eingeräumt, dass sich Italien wegen der Rezession in diesem Jahr stärker verschulden müsse als geplant. Das Haushaltsdefizit sollte nach den Plänen der Regierung in diesem Jahr ursprünglich bei 1,7 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen und 2013 auf 0,5 Prozent sinken.

Das Kabinett hatte am Freitag neun Stunden lang über den weiteren Reformkurs des Landes bis zu den voraussichtlich im April stattfindenden Wahlen debattiert.

(tno/sda)