Mindestens 18 Menschen sind gestorben, als am Dienstag erneut ein heftiges Erdbeben der Stärke 5,8 Norditalien erschüttert hat. Dies gaben die Behörden der Region Emilia-Romagna bekannt. Nach einer vorläufigen Bilanz wurden zudem bis zu 200 Menschen verletzt.

Das Beben ereignete sich gegen 9 Uhr morgens, die Stösse dauerten mehrere Sekunden. Das Epizentrum lag in derselben Gegend von Modena, die bereits vor gut einer Woche von einem starken Beben heimgesucht worden war. Gegen Mittag folgte eine Serie von weiteren Erschütterungen mit einer Stärke von bis zu 5,6.

5000 Bewohner der Region mussten die Wohnungen verlassen, davon allein 4500 in der Provinz Modena, die anderen 500 in der Gegend von Bologna und Ferrara. Bis am Abend bestätigte die italienische Zivilschutzbehörde den Tod von 16 Menschen.

Gemäss Angaben der Nachrichtenagentur AP fanden Rettungskräfte zwei weitere Todesopfer in einer eingestürzten Fabrik in der Ortschaft Medolla. Nach einer Person wurde im Gebäude weiterhin gesucht.

Viele Vermisste

Die Zahl der Toten dürfte nach Einschätzung der Polizei weiter steigen. Zahlreiche Menschen waren unter den Trümmern von Wohn- und Geschäftshäusern eingeschlossen.

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Wie viele Menschen insgesamt vermisst werden, sei noch unbekannt, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Regionalbehörde. Die Suche nach Verschütteten wurde durch den teilweisen Zusammenbruch des Mobilfunknetzes erschwert.

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti sicherte den Betroffenen in der Region Emilia-Romagna schnelle und unbürokratische Hilfe zu. Der Staat werde alle notwendigen Massnahmen ergreifen, damit die Betroffenen wieder ein normales Leben führen könnten.

Beben in Mailand und im Tessin zu spüren

Die Erdstösse des neuen Bebens seien bis nach Venedig, Mailand, Parma und Florenz zu spüren gewesen, meldete Ansa weiter. Der Bahnverkehr auf mehreren Strecken im Norden des Landes wurde zeitweise unterbrochen. In Bologna, Modena und anderen Städten funktionierten zeitweise die mobilen Telefonnetze nicht.

Auch die Menschen im Tessin nahmen die Erschütterungen wahr. Im Innern von Gebäuden sei über mehrere Sekunden lang ein leichtes Schwanken wahrnehmbar gewesen, sagten Bewohner im Raum Locarno gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Schäden an Gebäuden habe es aber nicht gegeben, sagte die Tessiner Polizei auf Anfrage.

Italien kommt nicht zur Ruhe

Erst am 20. Mai hatte ein Beben der Stärke 6,0 Norditalien erschüttert. Damals starben 7 Menschen, etwa 50 wurden verletzt.

Obwohl die Erdstösse am Dienstag ihr Epizentrum in derselben Gegend wie vor Wochenfrist hatten, könnten sie nicht als ein Nachbeben eingestuft werden, erklärte der italienische Staatssekretär Antonio Catricalà. Die Stärke deute vielmehr darauf hin, dass eine seismologische Entwicklung eingetreten sei.

Ein erneutes Erdbeben - diesmal der Stärke 2,3 - wurde am Dienstag zudem auch zwischen den süditalienischen Regionen Basilikata und Kalabrien registriert. Bereits in den vergangenen Tagen waren verschiedene kleinere Beben aus diesem Gebiet gemeldet worden. Verletzte oder Todesopfer gab es dabei keine.

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(muv/tno/sda)