Der polnischen Wirtschaft geht langsam der Schnauf aus: Sie wuchs im Sommer so schwach wie zuletzt Anfang 2009, teilte das nationale Statistikamt mit. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Juli und September mit 1,4 Prozent zum Vorjahresquartal längst nicht so stark wie gedacht.

Die Binnennachfrage und die Investitionen sanken jeweils. Das Finanzministerium kündigte an, im Gesamtjahr könnte sich das Wachstum auf zwei Prozent abkühlen und unter dem Regierungsziel von 2,5 Prozent bleiben. Die schwachen Daten machen eine weitere Zinssenkung wahrscheinlich. Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass die Notenbank kommende Woche den Schlüsselzins von 4,5 auf 4,25 Prozent senkt.

«Die Daten sind schlecht», sagte Elzbieta Chojna-Duch, die im Rat für Geldpolitik der Zentralbank sitzt. Sie erwarte, dass das vierte Quartal sogar schwächer werde. Die BIP-Daten signalisierten, dass eine Zinssenkung nötig sei.

Polens Wirtschaft wuchs in den vergangenen Jahren kräftig. Das Land war als einziger EU-Staat nach der Finanzkrise nicht in die Rezession gerutscht und hatte als Co-Gastgeber für die Fussball-EM 2012 von Investitionen in die Infrastruktur profitiert.

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(muv/aho/sda)