Die Inflation in den 17 Euro-Ländern ist im September auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren geklettert. Die jährliche Teuerungsrate sprang auf 3,0 Prozent und lag damit 0,5 Punkte höher als im August wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat mitteilte.

Diese erste Schätzung kann später noch korrigiert werden. Die Werte liegen weit über der Marke von 2 Prozent, bei der die Europäische Zentralbank (EZB) die Preisstabilität gewahrt sieht. Der Inflationssprung kam überraschend: Volkswirte hatten mit einem konstanten Preisauftrieb von 2,5 Prozent gerechnet.

Nach den Prognosen der EZB dürfte die Teuerung - getrieben von hohen Preisen für Energie und Rohstoffe - auch in den kommenden Monaten «deutlich über 2 Prozent» verharren.

Die Inflationsdaten versetzen Marktspekulationen über eine bevorstehende Zinssenkung der EZB einen starken Dämpfer. «Eine Zinssenkung der EZB in der nächsten Woche halten wir vor diesem Hintergrund für ausgeschlossen», heisst es bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die Helaba geht nun von konstanten Leitzinsen bis zum Jahresende aus.

An den Finanzmärkten wurde bis zuletzt vermutet, die EZB könnte auf die Schuldenkrise und bestehende Rezessionsängste mit einer Zinssenkung reagieren. Mitunter wurde sogar ein aussergewöhnlich starker Zinsschritt von einem halben Prozentpunkt nach unten genannt.

(tno/sda/awp)

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