Der weltgrösste Rückversicherer Munich Re hält die Euro-Schuldenkrise noch nicht für ausgestanden. «Wir sind noch nicht durch. Einige EU-Staaten machen mir grosse Sorgen», sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard der «Süddeutschen Zeitung». Gerade Frankreich mache ihm Sorgen.

Viele Staaten hätten sich bereits «bittere Medizin» verabreicht, und Italien überlege derzeit Schritte gegen die Krise. «Doch in Frankreich fehlt ein erster gewichtiger Schritt», sagte von Bomhard. Die Finanzmärkte seien derzeit beruhigt, weil «die Massnahmen der Europäischen Zentralbank gegriffen haben».

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Nicht um jeden Preis wachsen

Seinen eigenen Konzern sieht der Munich-Re-Chef gut gerüstet. Im Kerngeschäft will die Munich Re nicht um jeden Preis wachsen. «Wichtig ist, dass wir unser Profitabilitätsniveau halten», sagte der Manager. «Das Geschäftsvolumen ist sekundär.»

Im Geschäft mit der Erstversicherung der Konzern-Tochter Ergo steht das Modell der Lebensversicherung weiter auf dem Prüfstand. «Wenn die sehr niedrigen Zinsen dafür sorgen, dass bestimmte Produkte in der Lebensversicherung ökonomisch keinen Sinn mehr machen, dann handeln wir entsprechend», sagte von Bomhard. Für eine Insolvenz von Versicherern wegen des anhaltenden Zinstiefs gebe es keine Anzeichen.

Eigene Fehler eingeräumt

Angesichts der Verluste im Krankenversicherungsgeschäft in den USA räumte von Bomhard eigene Fehler ein. Nach zwei Zukäufen sei es wegen Änderungen in der Regulierung zu Problemen gekommen.

«Der Fehler war ganz klar der Erwerb der beiden US-Unternehmen.» Die Munich Re hält bereits nach möglichen Käufern Ausschau.

Von den USA abgesehen laufe die Gesundheitssparte aber erfreulich, sagte von Bomhard.

(vst/rcv/awp)