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Euro-Schwergewichte legen zu, Griechenland überrascht

Arbeiter in Berlin: Die Baubranche hat wesentlich zu Deutschlands Wachstum beigetragen. (Bild: Keystone)

Deutschlands und Frankreichs Wirtschaft haben im ersten Quartal die Erwartungen übertroffen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt stieg über das Vorkrisenniveau von Anfang 2008. Auch die Eurozone insgesa

Veröffentlicht am 13.05.2011

Die Wirtschaft in der Eurozone ist im ersten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Im Vergleich zum Vorquartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8 Prozent gestiegen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat in einer ersten Schätzung mit. Ökonomen hatten im Durchschnitt ein Wachstum von 0,6 Prozent erwartet. Im vierten Quartal hatte sich die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent erhöht.

Im Jahresvergleich wuchs die Wirtschaft der Eurozone im ersten Quartal um 2,5 Prozent. Ökonomen hatten hier im Schnitt ein Plus von 2,2 Prozent erwartet. Im vierten Quartal hatte das Wachstum 2,0 Prozent betragen.

Konsum und Bau beflügeln deutsche Wirtschaft

Besonders die deutsche Wirtschaft wächst noch dynamischer als erwartet. Im ersten Quartal 2011 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Schlussquartal 2010 um 1,5 Prozent, wie das deutsche Statistische Bundesamt mitteilte. Damit sei das Vorkrisenniveau von Anfang 2008 bereits wieder überschritten. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Wachstum von 0,9 Prozent gerechnet

Wachstumstreiber sei zum Jahresauftakt vor allem die Binnenwirtschaft gewesen: Besonders dynamisch stiegen die Investitionen von Industrie und Baubranche, aber auch der Konsum. Die Exporte kletterten ebenfalls weiter. Insgesamt sei der Aussenbeitrag aber geringer gewesen als der inländische Anteil am Wachstum. Die Wirtschaft zog auch wegen starker Nachholeffekte etwa am Bau an, nach dem witterungsbedingt etwas schwächeren Quartalsplus von 0,4 Prozent Ende 2010.

Frankreichs Wachstum über 0,8 Prozent

Auch die französische Wirtschaft ist nach Angaben von Premierminister Francois Fillon im ersten Quartal stärker gewachsen als von Analysten erwartet. Im französischen Fernsehen sprach Fillon von einer Wachstumsrate von mehr als 0,8 Prozent. Ökonomen waren im Schnitt von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 0,6 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2010 ausgegangen.

Fillon machte deutlich, dass er gute Chancen für die Konjunkturprognose der Regierung fürs Gesamtjahr sieht. "Wenn es nicht ein unvorhersehbares internationales Ereignis in dem Zeitraum gibt, erreichen wir die zwei Prozent", sagte er.

Griechenland legt überraschend zu

Die Konjunktur der Randländer der Eurozone entwickelte sich im ersten Quartal uneinheitlich. Das hoch verschuldete Griechenland ist erstmals seit dem schweren Wirtschaftseinbruch gewachsen, während die portugiesische Wirtschaft das zweite Quartal in Folge geschrumpft ist. Dies geht aus den Daten der europäischen Statistikbehörde hervor.

In Griechenland steig das BIP im ersten Quartal um 0,8 Prozent zum Vorquartal. Im vierten Quartal 2010 war die griechische Wirtschaft noch um 2,8 Prozent geschrumpft. Die Wirtschaftsleistung lag jedoch immer noch um 4,8 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Im Vorquartal war das BIP im Jahresvergleich jedoch noch um 7,4 Prozent gefallen.

Spanien hebt sich positiv ab

In Portugal sank die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal hingegen um 0,7 Prozent zum Vorquartal. Im vierten Quartal 2010 war sie um 0,6 Prozent rückläufig. Ökonomen machen vor allem die strenge Sparpolitik für diese Entwicklung verantwortlich. Im Jahresvergleich schrumpfte die portugiesische Wirtschaft um 0,7 Prozent. Im Vorquartal hatte sie noch um 1,0 Prozent im Jahresvergleich zugelegt.

Spanien hingegen hebt sich weiter positiv von den anderen Randländern der Eurozone ab. Die Wirtschaft wuchs um 0,3 Prozent zum Vorquartal. Volkswirte hatten mit einem Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet. Im vierten Quartal war Spanien noch um 0,2 Prozent gewachsen. Im Jahresvergleich legte die spanische Wirtschaft im ersten Quartal um 0,8 Prozent nach 0,6 Prozent im Vorquartal zu.

Italien schwächer als erwartet

Die italienische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal schwächer als erwartet. Das BIP sei im Vergleich zum vierten Quartal 2010 um 0,1 Prozent gestiegen, teilte die italienische Statistikbehörde Ista in einer ersten Schätzung mit. Ökonomen hatten im Schnitt ein Wachstum von 0,3 Prozent erwartet. Im Schlussquartal 2010 hatte das Wachstum ebenfalls bei 0,1 Prozent gelegen.

Rumänien hat nach Einschätzung der Statistiker die Rezession und damit einen mehr als zwei Jahre anhaltenden Wirtschaftsrückgang hinter sich gelassen. Im ersten Quartal wuchs das BIP des Landes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent, wie das Nationale Institut für Statistik nach vorläufigen Schätzungen mitteilte.

(tno/cms/sda/awp)

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