Euro-Sorgenkind Irland wird sein Haushaltsdefizit im laufenden Jahr wohl deutlich drücken können. Nach Einschätzung von Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und EU wird die Neuverschuldung - im vergangenen Jahr noch auf dem Rekordniveau von 32 Prozent - unter 10,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen.

Im Kontrast zu der pessimistischen Einschätzung der Ratingagentur Moody's ist Irland nach Einschätzung von EU, EZB und IWF auf einem guten Weg. Alle Bedingungen, die für das milliardenschwere Hilfspaket von EU und IWF gesetzt worden waren, seien erfüllt worden. «Für 2011 wird ein moderates Wirtschaftswachstum erwartet», heisst es in einem gemeinsamen Statement der «Troika». Für das erste Quartal 2011 hatten die irischen Statistiker ein Wachstum von 1,3 Prozent errechnet.

Moody's hatte Irlands Staatsanleihen zwei Tage zuvor auf Ramschniveau herabgestuft. Viele Politiker in Irland und auch in Brüssel hatten dagegen protestiert. EU-Kommissionspräsident José Manual Barroso nannte die Entscheidung von Moody's «unverständlich».

Grösseres Wachstum erwartet

Irland, das als erstes Land unter den Rettungsschirm von EU und IWF geschlüpft war, hat Kreditzusagen über 67,5 Milliarden Euro bekommen, 17,5 Milliarden trägt das Land selbst zu dem Hilfspaket in Höhe von insgesamt 85 Milliarden Euro bei. Die positiven Ergebnisse der jüngsten Überprüfung erlaubten die Auszahlung der nächsten Raten in Höhe von 4 Milliarden Euro für dieses Quartal, wovon 2,5 Milliarden Euro von der EU und 1,5 Milliarden vom IWF fliessen sollen.

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Für 2012 und die Zeit darüber hinaus wird erwartet, dass das Wachstum grösser werden wird, die Erholung stärker wird und sich auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. Bisher leidet Irland unter einer Arbeitslosigkeit von fast 15 Prozent. Die Restrukturierung der Banken sei dem Zeitplan sogar voraus, heisst es in dem Statement weiter.

Die Fusionen der schwer angeschlagenen Bank Allied Irish Banks mit dem Baufinanzierer EBS sowie der Pleitebank Anglo Irish mit INBS seien bereits vollzogen. Die Rekapitalisierung werden bis Ende Juli abgeschlossen sein.

(tno/awp)