Trotz der anhaltenden Regierungskrise in Italien ist der Euro im Aufwind: Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,3076 Dollar nach 1,3051 Dollar im Vortagesgeschäft.

Italiens tief gespaltenes Parlament hat sich am Donnerstag nicht zur Wahl eines neuen Staatspräsidenten zusammenraufen können. Das Scheitern der ersten zwei Wahlgänge sei an den Euro-Wechselkursen abgeperlt wie Morgentau, schreibt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann in einem Kommentar. Ein dritter Wahlgang soll im Tagesverlauf folgen.

«Wann und vor allem welche Regierung als nächste Italien führen wird, ist aus heutiger Sicht völlig offen und damit auch die Aussicht auf die Fortsetzung der Reformanstrengungen der Vorgängerregierung», urteilt der Experte. Dennoch liessen sich die Anleger davon nicht aus der Ruhe bringen.

Experten zufolgen vertrauen die Investoren weiterhin darauf, das die EZB im Falle von Spekulationen gegen das Land Italien mit unlimitierten Anleihekäufen zur Seite stehen wird. 

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Italien steckt seit der Parlamentswahl im Februar in einer Pattsituation. Nur der neue Präsident könnte vorgezogene Parlamentswahlen ansetzen. Deshalb dürfte die jüngsten Verzögerung die politische Lähmung des Euro-Landes am Mittelmeer noch weiter in die Länge ziehen. Die Amtszeit von Staatschef Giorgio Napolitano endet Mitte Mai. 

(muv/aho/reuters)